Nach den Angaben des deutschen Wirtschaftsministers interessieren sich mehr Investoren als bisher bekannt für Opel. Mit einem "Billig-Astra" sollen neue Kunden gewonnen werden.
Obwohl es bereits eine vorläufige Übernahmevereinbarung mit dem Autozulieferer Magna gibt, interessieren sich für den angeschlagenen Autobauer Opel mehr Investoren als bisher bekannt. Es gebe noch weitere Interessenten, die bisher nicht öffentlich gemacht worden seien, sagte der deutsche Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg am Donnerstag in Berlin. Namen wollte der Minister nicht nennen, er sprach aber von einem weiteren chinesischen Investor.
Vor zwei Wochen waren der italienische Autobauer Fiat, der US-Finanzinvestor Ripplewood und der chinesische Investor BAIC leer ausgegangen. Guttenberg sagte, es gebe weiter Gespräche mit BAIC. Zudem gehe er davon aus, dass auch Fiat weiter grundsätzlich an Opel interessiert sei. Laut Guttenberg laufen aber momentan Übernahmegespräche "exklusiv" zwischen GM und Magna. Er betonte, die deutsche Bundesregierung begleite die derzeit laufenden Verhandlungen von General Motors und Magna so, "dass sie auch zu einem Erfolg geführt werden können".
Magna zuversichtlich
Magna-Vorstandschef Siegfried Wolf hat sich am Mittwoch zuversichtlich zu der geplanten Opel-Übernahme geäußert. "Wir sind guter Dinge. Unsere Arbeit läuft, so wie wir es vorhergesehen haben", sagte Wolf. Er gehe davon aus, dass das Geschäft in diesem Jahr unter Dach und Fach sein werde.
Abbau von 11.600 Arbeitsplätzen?
Nach den Angaben der deutschen Zeitung "Welt" wird der von Magna geplante Stellenabbau bei Opel höher ausfallen, als bislang bekannt war. Demnach müssten 11.600 der 55.000 Opel-Mitarbeiter in Europa gehen. Besonders betroffen davon soll die Produktion sein. Dadurch solle die Auslastung der 14 europäischen Werke von 56 auf 96 Prozent steigen.
"Diese Auslastung liegt auf Augenhöhe mit sehr gut ausgelasteten Werken anderer Automobilhersteller", wird dazu aus einer Plausibilitätsprüfung und Risikoanalyse der Unternehmensberatung McKinsey zitiert, die im Auftrag der hessischen Landesregierung erstellt worden sei.
"Billig-Astra" soll kommen
Im Jahr 2010 will Opel mit dem neuen Astra das Geschäft wieder kräftig ankurbeln. Mit einem "Billig-Astra" möchte Opel nach Angaben der "Rheinischen Post" eine zweite Preisklasse etablieren. Das aktuelle Modell soll weiterhin vom Band laufen und deutlich günstiger verkauft werden. Davon soll vor allem das Werk in Bochum profitieren. Laut Betriebsratschef Rainer Einenkel soll die Produktion sämtlicher "Alt-Astra"-Modelle an diesem Standort konzentriert werden.
(Ag./Red.)