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Die Banken und ihr Treppenwitz

Die Abwrackung der Bank Austria war absehbar.

Dass die UniCredit ihre österreichische Tochter Bank Austria mehr oder weniger abwrackt und wohl nur noch ein paar Fragmente stehen lässt, kann man ihr nicht verdenken: Sie ist Eigentümerin. Und wenn ein Konzern in beträchtlichen Problemen steckt, dann fährt er eben mit dem Messer zuerst durch die Peripherie und sichert sich deren Filetstücke, bevor er daheim so richtig aufräumt. Schade, aber verkauft ist verkauft.

Interessant ist ein anderer Aspekt: Das verlustbringende Filialgeschäft – also der für den Durchschnittsösterreicher sichtbare Teil der Bank Austria – wird entweder abgestoßen oder stark redimensioniert. Es wird also so oder so zu vielen Filialschließungen kommen.

Nicht, dass das aus heiterem Himmel käme: Seit gut 40Jahren beklagt die Branche selbst, Österreich sei heillos „overbanked“, es gebe viel zu viele Filialen. Ein Konzept dagegen hat man, wohl aus Konkurrenzgründen, aber nie umgesetzt. Zwar hat es Filialreduktionen gegeben, aber der technische Fortschritt hat immer mehr Filialen obsolet gemacht, als geschlossen wurden.

Dass es einiger Bankenpleiten und der Finanzprobleme einer italienischen Großbank bedurfte, um Schwung in die Strukturbereinigung zu bringen – das ist wohl der größte Treppenwitz der heimischen Bankengeschichte. Allerdings einer, über den man nur gequält lachen kann.

josef.urschitz@diepresse.com

 

("Die Presse", Print-Ausgabe, 12.11.2015)