Konzeptauto: Nissan Teatro for Dayz

Boxy. Das Auto als weiße Leinwand, geräumig und natürlich elektrisch angetrieben.
Boxy. Das Auto als weiße Leinwand, geräumig und natürlich elektrisch angetrieben.(c) Beigestellt
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Auf welche Autos werden unsere Kids abfahren? Nissan hat sich umgehört und ein Konzeptauto für die Generation Share entworfen. Like?

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Die Autobranche ist ein langfristiges Geschäft, Investitionen rechnen sich oft erst Dekaden später. Da liegt es auf der Hand, dass man bei Generationen Nachschau hält, die erst in fünf oder zehn Jahren – hoffentlich – Autos kaufen werden. Nissan hat sich bei den Kids umgehört, die mit Smartphones und sozialen Netzwerken aufwachsen – Digital oder Share Natives genannt. Anders als heutige Erwachsene haben sie keinen Bezug zu stationären Geräten, stattdessen sind sie auf Schritt und Tritt mit ihrer Community verbunden und teilen mit ihr so ziemlich alles, was man online teilen kann. „Autofahren, wie wir es kennen“, so Projektleiter Hidemi Sasaki, „stellt da nur eine ärgerliche Unterbrechung dieser Aktivitäten dar.“ Auch die heutigen Gestaltungsmuster des Autodesigns liefen bei den Youngsters ins Leere. „Wir zeichnen Autos heute aggressiv und schnittig, inszenieren Tempo und Beschleunigung. Aber das sind sozusagen alte Werte, das zieht bei den Jungen nicht mehr – es kommt ihnen altmodisch vor, als etwas, was mit ihrem Leben nichts zu tun hat.“

Online. Der Innenraum ist wie eine Smartphone- oder Tablet-Oberfläche: frei bespielbar.
Online. Der Innenraum ist wie eine Smartphone- oder Tablet-Oberfläche: frei bespielbar.(c) Beigestellt

Welche Schlüsse das Forschungsteam aus der Feldarbeit gezogen hat, zeigt die Studie Teatro, die Nissan bei der Tokioter Autoshow präsentiert hat. Das Auto ist kompakt, geräumig und elektrisch angetrieben – vor allem aber zeigt es sich als „weiße Leinwand“. „Diese Menschen wollen Oberflächen selbst gestalten.“ So ist mittels OLED-Technologie fast der gesamte Innenraum als Bildschirm ausgeführt, der frei bespielt werden kann – auch Sitze und Seitenwände. Simpel wie die äußere Form, die „eher an ein Smartphone als an ein Auto erinnern soll“, ist die Bedienung mit Lenkrad und zwei Pedalen, die dank autonomer Fahrassistenten nur rudimentär bedient werden müssen. Die benötigten Instrumente werden nach Wunsch angeordnet. Im Stehen wird das Auto dem Projektnamen entsprechend gänzlich „zur Theaterbühne, auf der die Insassen auftreten und sich mit ihrer Community austauschen“. Wie wird die Studie bei den Kids ankommen? Sasaki: „Als Erstes werden sie ihre Eindrücke in den sozialen Netzwerken sharen – wetten?“

Info

Name: Nissan Teatro for Dayz
Status: Konzeptauto
Vorgestellt: Tokyo Motorshow 2015
Antrieb: elektrisch
Sitzplätze: vier
Zielgruppe: Share Natives
Gewicht: unter 1000 kg
Preis: unbekannt

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