Flüchtlinge: Andrang in Spielfeld ungebrochen hoch

Flüchlinge in Spielfeld
Flüchlinge in Spielfeldimago/Christian Mang

Um 6.00 Uhr in der Früh befanden sich heute bereits 3000 Schutzsuchende in der Sammelstelle im steirischen Spielfeld.

Der Flüchtlingsandrang im steirischen Spielfeld hat auch in der Nacht auf Montag nicht abgenommen. Um 6.00 Uhr befanden sich bereits rund 3000 Schutzsuchende in der dortigen Sammelstelle, wie die Polizei bekannt gab. Die Lage sei jedoch ruhig. Rund 800 waren am Sonntagabend noch mit Sonderzügen nach Linz und Schärding gebracht worden.

Auf der slowenischen Seite in Sentilj warteten in den frühen Morgenstunden weitere 3000 Flüchtlinge auf die Einreise nach Österreich. Im Laufe des Vormittags erwartet die Polizei dort noch 2300 Menschen zusätzlich, in Gornja Radgona bei Bad Radkersburg sollen etwa 1000 Schutzsuchende ankommen.

Kundgebung in Spielfeld von Polizei aufgelöst

Am Sonntag ist in Spielfeld an der steirisch-slowenischen Grenze eine Demonstration unter dem Motto "Zäune und Rassismus lösen keine sozialen Probleme - gegen den rechten Aufmarsch" von der Polizei aufgelöst worden. Die Teilnehmer hatten die Marschroute verändert, es wurde ein Aufeinandertreffen mit der Demo "Reform der Flüchtlingspolitik" befürchtet, lautete die Begründung der Polizei.

Zunächst trafen sich die Demonstranten am Bahnhof Spielfeld, wo sie mit Zügen und Bussen hinkamen. Doch dann verließen sie die geplante Route und durchbrachen nach Angaben von Zeugen Polizeiabsperrungen. Sie bewegten sich in Richtung jenes Weinguts, wo sich die Demonstranten für die Kundgebung "Reform der Flüchtlingspolitik" treffen wollten. Weil seitens der Exekutive ein Aufeinanderprallen der Gruppierungen verhindert werden sollte, wurde die erste Demonstration aufgelöst.

Über den Verlauf der Demonstration gegen Zäune zeigte sich die Grazer Stadträtin Lisa Rücker (Grüne) "enttäuscht und zutiefst beschämt":, nachdem sie selbst dort war: "Ich und einige andere Menschen waren gekommen um ein friedliches Zeichen für Menschlichkeit und gegen Gewalt, Hass und Ausgrenzung zu setzen. Gerade nach den Anschlägen in Paris war es uns wichtig, Solidarität mit den flüchtenden Menschen zu zeigen. Jede Art von Gewalt lehnen wir entschieden ab. Wir distanzieren uns auf das Schärfste von all jenen Demonstrantinnen und Demonstranten, die sich nicht an die Spielregeln eines demokratischen Staates halten und heute eindeutig zu weit gegangen sind", hieß es in einer Aussendung.

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