Nostalgie

Er sei noch ein „wahrer Sir“ gewesen.

Das sagt keine ehemalige Filmpartnerin über Sean Connery, sondern ein Oppositionsführer über einen früheren Regierungschef. Dessen Partei unter seiner Ägide immerhin eine EU-Wahl, eine Präsidenten- und eine Parlamentswahl gewann sowie bei elf Regionalwahlen teils starke Zuwächse verbuchen konnte.

„Die Mythisierung eines Politikers nach seinem Abtritt von der politischen Bühne eröffnet ihm in Demokratien die Chance, Einfluss auf die Nachfolger auszuüben“, schreibt der angesehene deutsche Politologe und Autor Herfried Münkler in seinem neuen Buch. „Die narrative und ikonische Überhöhung zum epochalen Staatsmann wird zur Gratifikation, mit der sein von den möglichen Nachfolgern lange ersehnter Abgang von der politischen Bühne versüßt wird.“ Vereinfacht gesagt: Erst wenn er weg ist, wird er ein ganz Großer.

Das funktioniert hierzulande anscheinend auch schon bei Alfred Gusenbauer, auch wenn – siehe ganz oben – vorerst nur HC Strache dieser Meinung ist. Aber was nicht ist, kann auch in der SPÖ bald werden. oli


oliver.pink@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 13.06.2009)

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