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Österreichische Top-Manager erwarten weiteren Jobabbau

Kuendigung
Die Presse (Clemens Fabry)
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Einer Deloitte-Umfrage zufolge sind österreichische Finanzvorstände besonders pessimistisch. Beim erwarteten Umsatzwachstum ist Österreich gar das europäische Schlusslicht.

Die Stimmung unter Europas Finanzvorständen (CFOs) verschlechtert sich einer Umfrage zufolge. Die Mehrheit erwartet demnach eine negative wirtschaftliche Entwicklung. Die Stimmung der österreichischen CFOs ist im europäischen Vergleich besonders zurückhaltend, so die Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungskanzlei Deloitte in einer Aussendung am Montag. Nur 22 Prozent der heimischen Finanzvorstände sind positiv eingestellt. In Irland, Polen oder Spanien sind es zum Vergleich mehr als die Hälfte. Im Europa-Schnitt gingen im dritten Quartal 25 Prozent der Finanzvorstände von positiven Entwicklungen aus. Im ersten Quartal waren es noch 33 Prozent gewesen.

Österreich: Kostensenkung als Top-Priorität

Für die überwiegende Mehrheit der CFOs stellt Kostensenkung und -kontrolle eines der drei wichtigsten Geschäftsziele dar. In sieben Ländern, unter diesen auch Österreich, hat die Senkung der Kosten sogar die erste Priorität. Im Sinken ist die Risikobereitschaft unter den europäischen CFOs. Nur ein Drittel denkt, dass jetzt der richtige Zeitpunkt ist, um Risiken einzugehen. Am höchsten ist die Risikobereitschaft in Italien mit 56 Prozent. In Österreich liegt sie bei nur 22 Prozent.

Bei den erwarteten Neueinstellungen im den kommenden zwölf Monaten zählt Österreich hier mit 17 Prozent zu den Schlusslichtern. Dagegen gehen 28 Prozent der österreichischen Finanzvorstände davon aus, dass in ihrem Unternehmen Stellen abgebaut werden. Damit zählt Österreich mit Finnland, Frankreich, den Niederlanden, Norwegen und der Schweiz zu jenen Ländern, die wohl mehr Stellen abbauen als schaffen werden (siehe Grafik).

Bei der Umsatzerwartung ist Österreich unter den 15 untersuchten Ländern gar Schlusslicht: Nur 42 Prozent gehen von einer Steigerung in den kommenden zwölf Monaten aus. Europaweit liegt der Durchschnitt bei 64 Prozent.

"Dringend Maßnahmen nötig"

"Die Umsatzerwartungen der Finanzverantwortlichen sind in Österreich besonders niedrig", führt Gerhard Marterbauer von Deloitte Österreich aus. "Das bestätigt die negative Stimmung am Wirtschaftsstandort, die wir bereits seit einiger Zeit wahrnehmen. Hier müssen dringend Maßnahmen getroffen werden, um das Vertrauen zurückzugewinnen."

Auffällig ist laut Marterbauer auch "die schlechter werdende Einschätzung der CFOs in den nördlichen europäischen Ländern, die bisher der Wachstumsmotor waren. Das muss als Warnsignal für die Entwicklung der europäischen Wirtschaft gedeutet werden."

(Red./APA)