Branchenkenner empfehlen die Papiere von Post, OMV & Co.
Bei den Investoren waren in den vergangenen Wochen „zyklische Aktien“, also konjunkturabhängige Werte, en vogue. Das verdeutlichen die Kursverläufe von Wienerberger, Voest oder Strabag, die sich von ihren Tiefständen deutlich erholten. Auch die Bankenwerte der Erste Group oder Raiffeisen International(RI) waren gefragt.
Branchenkenner raten nun aber zu „defensive Aktien“. Also Unternehmen, die sich unabhängig von der Konjunktur entwickeln, wie etwa Energieversorger. RCB-Expertin Birgit Kuras empfiehlt derzeit Aktien der Post, OMV und RHI. Die RHI deswegen, „weil das Unternehmen Marktanteile gewinnt, ein straffes Sparprogramm durchzieht und eine breite Produktpalette hat“.
„Auf Basis einer Fundamentalanalyse würde ich jetzt von Werten wie der Erste Group, Raiffeisen International oder Wienerberger die Finger lassen“, warnt Wolfgang Matejka, Investmentchef der Meinl Bank. Interessant für einen Fundamentalkauf fände er dagegen das Biotech-Unternehmen Intercell („Spielen in einer anderen Liga“), den Sportwettenanbieter Bwin („Können sich von Marktbewegungen abkoppeln“) und den Kranhersteller Palfinger. „Bei technischen Käufen finde ich die Erste Group attraktiv, nicht so sehr Raiffeisen International, da ist ein zu hohes Risiko dahinter. Die RHI-Aktie ist auch immer eine Überlegung wert. Die hat an manchen Tagen unglaubliche Bewegungen, an denen man mitnaschen könnte“, so Matejka.
Cheuvreux-Analyst Alfred Reisenberger reizt auch die Aktie des steirischen Anlagenbauer Andritz. „Das ist zwar ein zyklisches Unternehmen, es wird aber keine große Abschwächung erleiden.“
("Die Presse", Print-Ausgabe, 14.06.2009)