Opel-Übernahme: Magna gerät unter Druck

ARCHIV - Ein Hinweisschild mit der Aufschrift Opel steht am 30. Mai 2009 vor der Opel-Zentrale in Rue
ARCHIV - Ein Hinweisschild mit der Aufschrift Opel steht am 30. Mai 2009 vor der Opel-Zentrale in Rue(c) AP (Michael Probst)
  • Drucken

Der Chef von General Motors betont, dass er auch zu Gesprächen mit anderen Investoren als Magna bereit sei. Zusätzlich warnt die deutsche Kanzlerin Merkel vor möglichen Risiken durch die Beteiligung Magnas.

Im Ringen um die Zukunft von Opel erhöht die bisherige Konzernmutter General Motors den Druck auf Magna. Noch gebe es keine exklusive Vereinbarung mit dem kanadisch-österreichischen Zulieferer über eine Übernahme des deutschen Autobauers, betonte GM-Chef Fritz Henderson am späten Freitagabend. "Deshalb sind wir auch offen für Gespräche mit anderen."

Ein Konsortium um Magna will Opel einer vorläufigen Vereinbarung zufolge von dem insolventen US-Autobauer übernehmen. Magna selbst will dann 20 Prozent halten, die russische Sberbank im Auftrag der Regierung 35 Prozent. Zuletzt waren indes Zweifel aufgekommen, ob es überhaupt zu einem endgültigen Vertrag kommt. So hatte etwa die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel vor wenigen Tagen auf Risiken im Magna-Konzept verwiesen. Der deutsche Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg brachte öffentlich sogar wieder Offerte anderer Investoren ins Spiel.

"Wir verbringen viel Zeit mit Magna, um ein konkretes Abkommen auszuhandeln", sagte GM-Chef Henderson nun, ohne konkreter zu werden. Finanzminister Peer Steinbrück erklärte am Wochenende am Rande des G8-Finanzministertreffens im italienischen Lecce, Russland und Kanada hätten ihre Unterstützung für den Einstieg Magnas bei Opel bekundet.

"Opel auch nach Nordamerika"

Opel-Gesamtbetriebsratschef Klaus Franz erklärte am Wochenende in der "Automobilwoche", der endgültige Vertrag mit Magna werde wohl in den nächsten Wochen unterschrieben. "Dann wird es aber noch drei bis sechs Monate dauern, bis alle Details geklärt sind." Inzwischen verschaffe sich Magna mit einem Team bei Opel einen vertieften Einblick in die Situation. Zugleich verteidigte Franz Magna als Investor. "Magna ist erfolgreich, weltweit aufgestellt, kennt sich im Autobusiness aus und will für seine russischen Partner die Management-Aufgaben mit übernehmen", sagte er. "Das ist doch der beste Beweis dafür, dass es nicht darum geht, Opel irgendwelchen russischen Oligarchen auszuliefern."

Franz sprach sich dafür aus, dass Opel unter Magna-Beteiligung auch auf dem Heimatmarkt von GM aktiv wird. "Die Marke Opel muss globalisiert werden und dazu gehört auch Nordamerika." In den Bereichen Technologieentwicklung und Einkauf wolle man auch nach der Trennung von GM zusammenarbeiten, ergänzte er. "Opel hat nicht sehr hohe Volumen, was es schwierig macht, Skaleneffekte zu erzielen. Deshalb wollen wir uns der Einkaufspower von GM bedienen, und wir werden die Nabelschnur zu GM erhalten müssen."

(APA)

Lesen Sie mehr zu diesen Themen:

Mehr erfahren


Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt
Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.