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Wien: "Grantige" Unternehmer planen weniger Investitionen

WIEN / UeBERSICHT
WienAPA/HELMUT FOHRINGER
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Schlechte Stimmung ortet Kammer-Chef Walter Ruck, weil über die Interessen der Betriebe drübergefahren werde. Nur elf Prozent der Unternehmer erwarten ein besseres Wirtschaftsklima.

Die Stimmung unter den Wiener Wirtschaftstreibenden bleibt verhalten: Laut einem am Montag veröffentlichten Wirtschaftskammer-Österreich-Konjunkturbarometer für die Bundeshauptstadt sind die Unternehmen zwar positiver eingestellt, was die gesamtwirtschaftliche Zukunft betrifft. Aber viele Betriebe planen, ihre - für das Wirtschaftswachstum wichtigen - Investitionen weiter zurückzuschrauben.

Die Investitionsbereitschaft ist nach den aktuellen Zahlen ausbaufähig: Während 18 Prozent Investitionen planen, wollen 24 Prozent diese weiter zurückschrauben. Vor allem Produktionsbetriebe würden ihre Ausgaben drosseln. Die Kammer wies darauf hin, dass zum überwiegenden Teil Ersatzinvestitionen getätigt werden. Die für das Wirtschaftswachstum notwendigen Neuinvestitionen schwächeln.

Wien unter "Dauerdruck"

Die Wiener Wirtschaftskammer (WKW) sieht die Stimmung unter den Unternehmern in der Bundeshauptstadt jedenfalls getrübt. Wien stehe unter "Dauerdruck", hieß es in einer Aussendung, in der die Missstände auch aufgezählt wurden: "Rekordarbeitslosigkeit, Rekordverschuldung, rückläufige Investitionen". Abgesehen davon herrsche Unmut: "Die Unternehmer sind grantig, weil seit Jahren Stillstand herrscht und über die Interessen der Betriebe drübergefahren wird", konstatierte WKW-Präsident Walter Ruck.

Das zweimal jährlich erstellte Konjunkturbarometer zeigt eine durchwachsene Stimmung unter den 300 befragten Unternehmen: Elf Prozent erwarten ein besseres, 66 Prozent ein konstantes Wirtschaftsklima. Dienstleistungsunternehmen seien deutlich positiver eingestellt als Produktionsbetriebe - wobei die Kammer anmerkte, dass aber gerade letztere große Arbeitgeberbetriebe mit hoher Wertschöpfung seien. Was die Umsatzentwicklung betrifft, erwarten 49 Prozent eine Steigerung, 30 Prozent keine Veränderung und 21 Prozent eine Verringerung.

Kammer fordert Kurswechsel

Aufgrund dieser Daten fordert die Wiener Wirtschaftskammer die Stadtregierung, die morgen, Dienstag, angelobt wird, einmal mehr zum Kurswechsel auf: "Mit der bisher gelebten Vogel-Strauß-Politik der rot-grünen Stadtregierung muss Schluss sein", so Ruck. Dabei erinnerte er an den Maßnahmenkatalog "Für Wien", mit dessen Hilfe laut Kammer ein Aufschwung für den Standort, den Arbeitsmarkt und die Investitionen möglich sei.

(APA)