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Inder besitzen 20.000 Tonnen Gold - und denken nicht an Verkauf

INDIA CUSTOMS DIWALI FESTIVAL
APA/EPA/DIVYAKANT SOLANKI
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Die indische Regierung versucht, gigantische Mengen Gold von Privaten aufzukaufen. Doch das Programm stößt auf wenig Gegenliebe.

Mit dem Vorhaben, gigantische Mengen Gold einzusammeln, stößt Indiens Regierung bei den Bewohnern bisher auf wenig Gegenliebe. In den ersten beiden Wochen des Programms seien nur 400 Gramm bei Banken abgegeben worden, sagte ein Sprecher des Finanzministeriums in Neu Delhi am Montag. Dabei lagern schätzungsweise rund 20.000 Tonnen Gold in Privathaushalten und Tempeln - das ist mehr als doppelt so viel wie der offizielle Goldbestand der USA.

Die indische Regierung möchte möglichst viel Gold einsammeln, um die hohen Goldimporte zu reduzieren. Diese lassen das Leistungsbilanzdefizit des Subkontinents - des zweitgrößten Goldimporteurs der Welt - jedes Jahr anschwellen. Für ihre Goldeinlagen bekommen die Menschen nun 2,5 Prozent Zinsen.

Goldkauf hat Tradition

In Indien hat fast jede Familie für schlechte Tage einen kleinen Schatz Zuhause. Im Falle einer Familientragödie werden Ketten, Ohrringe und Armreifen verkauft. Sie sind auch wichtige Erbstücke. Geben die Familien ihren Schmuck nun bei einer der Banken ab, wird das Gold eingeschmolzen - damit geht der immaterielle Wert verloren. "Es wird nicht einfach, mit der Tradition des Goldkaufens zu brechen. Das hat nicht nur finanzielle Gründe, sondern ist auch an Traditionen gebunden", sagte Orijit Gupta vom Verband der Edelstein- und Schmuckhändler.

Es ist übrigens nicht das erste Mal, dass in Indien ein Vorstoß unternommen wird, um die Goldbestände aus den Haushalten zu locken. Ein Goldeinlagenplan der State Bank of India hat seit 1999 allerdings nur 15 Tonnen angelockt.

(APA/dpa)