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RFJ: Das ominöse Hakenkreuz am Oberarm

(c) Facebook (Franz Lindenbauer)
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Wie ein Partyfoto einen Bezirkspolitiker der FPÖ in Erklärungsnotstand brachte. Der junge Mann heißt Franz Lindenbauer, ist stellvertretender Bezirksobmann der FPÖ Leopoldstadt und eben dort auch Obmann des RFJ.

WIEN (pri). In der Reichsratsstraße 7, gleich hinter dem Parlament in bester Innenstadtlage, betreibt der Wiener Ring Freiheitlicher Jugend (RFJ) einen Vereinskeller, der seinen Mitgliedern bisweilen auch für Partys zur Verfügung steht. In der Vorwoche trug sich dort eine Maturafeier zu, von deren Exzessivität nicht zuletzt Bilder zeugen, die via Online-Netzwerk „Facebook“ veröffentlicht wurden.

Sie zeigen Jugendliche, die trinken, tanzen und sich umarmen; zwei Burschen, die jeweils eine Hand so formen, dass man meinen möchte, sie bestellen gerade „drei Bier“. Und sie zeigen einen jungen Mann mit schwarzen Haaren, der seinen bekritzelten linken Oberarm in die Kamera hält, sodass oberhalb des Ellenbogens ein Hakenkreuz relativ gut sichtbar wird.

Der junge Mann heißt Franz Lindenbauer, ist 20 Jahre alt, stellvertretender Bezirksobmann der FPÖ Leopoldstadt, eben dort auch Obmann des RFJ – und angesichts des Fotos ziemlich verdutzt: „Ich weiß nicht, was mir betrunkene Leute auf die Hand kritzeln“, sagt er zur „Presse“. Bewusst habe er sich jedenfalls nicht ablichten lassen. Weil: „Ich komme bestimmt nicht aus dieser Ecke. Und außerdem bin ich nicht so dämlich und verpatze mir durch so was meine Karriere.“

Überhaupt hat Lindenbauer, der sich gerade zum Vermögensberater ausbilden lässt, so seine Zweifel, was die Echtheit des Bildes betrifft: „Mit Fotomontage ist ja schon alles möglich“, sagt er. Aber wer sollte etwas gegen ihn haben? Sein Bezirksobmann, Wolfgang Seidl, stellt sich schützend vor ihn: „Er ist Bezirkspolitiker und Freiheitlicher – das reicht in der Regel schon aus.“

Die Bildergalerie wurde übrigens am 11. Juni online gestellt. Tags darauf war das ominöse Hakenkreuz-Foto plötzlich nicht mehr dabei.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 16.06.2009)