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Ski alpin: Shiffrin jubelt über "coolsten Rekord überhaupt"

Mikaela Shiffrin
Mikaela ShiffrinGEPA pictures
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Mikaela Shiffrin demonstrierte beim ersten Aspen-Slalom ihre ganze Klasse und befeuerte die Vergleiche mit den ganz Großen des Sports.

Mikaela Shiffrin hat den nächsten Rekord ihrer jungen, aber schon so erfolgreichen Ski-Karriere aufgestellt. Mit 3,07 Sekunden sorgte sie in Aspen für den größten Slalom-Vorsprung im modernen Damenskirennsport. Jetzt ist das 20-jährige "Wunderkind" bereit für den nächsten Schritt. Auch im Riesentorlauf ist Shiffrin schon Weltklasse, nächste Woche wartet in Lake Louise der erste Super-G auf sie.

"Mit drei Sekunden Vorsprung wird man mich nie wieder gewinnen lassen", war Shiffrin nach ihrer Fabelleistung beim Levi-Ersatzrennen überzeugt. Die junge US-Amerikanerin gestand ein, nach ihrem Konzentrationsfehler und dem bitteren Riesentorlauf-Aus mit einer gewissen Wut im Bauch zum Slalom angetreten zu sein. "Ich stürze ja wirklich nicht oft. Manche Fehler sind okay, dieser war aber unentschuldbar. So etwas wird mir nie wieder passieren."

Shiffrin: "Vom Ärger antreiben lassen"

Mikaela Pauline Shiffrin ist trotz ihrer Jugend eine Athletin, die selbst aus negativen Ereignissen Vorteile ziehen kann. "Ich hatte beschlossen, mich vom Ärger über den Ausfall antreiben zu lassen. Ich war zwar vor dem Rennen so nervös, dass ich kaum atmen konnte. Dann habe ich volles Risiko genommen und es hat sich ausgezahlt", brachte sie ihren Slalomerfolg auf den Punkt.

Shiffrin hat schon einige Rekorde im Skisport gebrochen. In vielen Bereichen ist sie die Jüngste und nahe ihrer Heimat hat man 2014 deshalb sogar eine Straße (Mikaela Way) nach der Olympiasiegerin und zweifachen Weltmeisterin benannt. "Aber das jetzt ist sicher der coolste Rekord überhaupt", freute sie sich über ihre Slalom-Bestmarke. "Das erinnert mich stark an die Zeiten von Ingemar Stenmark", zeigte sich auch Ex-Rennläufer und Renndirektor Atle Skaardal beeindruckt.

Shiffrin jagt Schild-Rekord

Um auch Sonntag motiviert zu sein, hängte sie sich selbst eine Marke ihres Vorbildes Marlies Schild vor die Nase. Die Österreicherin hatte 2011/12 fünf Slaloms in Folge gewonnen. Shiffrin, die seit Kühtai sechs der jüngsten sieben Weltcupslaloms für sich entschieden hat, hielt am Samstag bei vier in Serie.

Die vor etwas mehr als einem Jahr zurückgetretene Schild (35 Slalomsiege) ist nach wie vor ein Idol der Amerikanerin, die 15 ihrer aktuell 16 Weltcupsiege im Slalom gefeiert hat. "Wenn mein Timing nicht passt, schau ich mir heute noch die Videos von Marlies an", verriet sie in Aspen.

Die Salzburgerin habe einen neuen Stil in den Slalom gebracht. "Und seit sie aufgehört hat, habe ich das Gefühl, ich trage die Flamme weiter", sagte Shiffrin, die zudem überzeugt ist: "Würde Marlies noch fahren, wäre sie immer noch schnell."

Shiffrins Mama ist immer dabei

Shiffrin wird von ihrer Mutter Eileen sowie nach dem Abgang von Roland Pfeifer von US-Coach Brandon Dyksterhouse trainiert. Gemanagt wird sie nach wie vor vom österreichischen Exrennläufer Kilian Albrecht.

"Das war schon ziemlich beeindruckend", war auch Albrecht in Aspen angetan. Der Vorarlberger kennt Shiffrin seit dem Kindesalter und betreut sie seit ihrem 16. Lebensjahr. "Als ich damals Sponsoren ihren möglichen Weg vorgezeichnet habe, hat man mich für deppert erklärt. Heute sagen alle, wenn du wieder so eine hast, sag's uns gleich", erzählte Albrecht lachend.

Albrecht ist überzeugt, dass Shiffrins Karriere nach oben hin kaum Grenzen hat. "Einfach, weil ihre technische Grundausstattung mega ist. Zudem hat das ganze Team rund um sie bisher keinen Fehler gemacht."

Volle Konzentration aufs Skifahren

Der Österreicher betreut auch Alexander Choroschilow und Veronika Velez-Zuzulova, aber Shiffrin beansprucht immer mehr Zeit. Auf dem Gesellschaftsparkett verheizen werde man das Riesentalent aber auf keinen Fall, versicherte Albrecht. "Die Nachfrage ist so groß, wir könnten viel mehr machen. Aber derzeit will sie sich hauptsächlich aufs Skifahren konzentrieren."

Shiffrin selbst freut sich schon sehr auf ihr Speed-Debüt. "Das macht richtig Spaß, weil zwischen den Toren so viel Platz ist, dass du das Hirn ausschalten kannst", scherzte die Slalomspezialistin. "Das ist alles sehr erfrischend. Vor allem mag ich das Gefühl, auch wieder einmal die Jägerin zu sein."

Abfahrten lässt sie vorerst aber noch links liegen. Für den ersten konkreten Angriff auf die große Kristallkugel müssen Slalom, Riesentorlauf, Super-G und vor allem die Kombis reichen. "Der Gesamtweltcup ist bei mir der nächste logische Schritt. Aber da sind andere wie Lara Gut und Lindsey (Vonn, Anm.) ist wahrscheinlich sowieso die größte Favoritin", spielte Shiffrin den Ball ihrer routinierten US-Konkurrentin zu.

(APA)