Tschechiens Banken kommen ohne Staatshilfe aus. Die Institute seien mit ausreichend Eigenkapital ausgestattet, heißt es im jährlichen „Financial Stability Report“ der Nationalbank des Landes.
Prag (Bloomberg). Etwas entspannen können sich wohl Tschechiens Bankmanager. Die Bankenbranche sei gegen eine Vielzahl von Risken gerüstet, auch im schlimmsten anzunehmenden Fall. Das ist das gestern bekannt gegebene Ergebnis des Bankenstresstests, der von der Zentralbank durchgeführt wurde.
Die Institute seien mit ausreichend Eigenkapital ausgestattet, heißt es im jährlichen „Financial Stability Report“ der Nationalbank des Landes. Die Eigenkapitalquote habe im März 12,9 Prozent betragen. Aufgrund solider Ergebnisse im Jahr 2008 befänden sich die tschechischen Banken in einer guten Ausgangslage. Weiters sind sie nicht mit giftigen Papieren belastet und leiden nicht unter Liquiditätsknappheit, so der Befund.
Sollte sich die Situation verschlechtern, könnte es allerdings zu hohen Verlusten kommen, räumte die Bank ein. Möglicherweise müssten dann die jeweiligen Eigentümer (fast alle großen heimischen Banken sind in Tschechien aktiv) mit Kapitalspritzen aushelfen. Doch selbst falls notleidende Kredite die Verluste in die Höhe treiben, würden die Banken diese ohne Staatshilfe decken können, sagte Robert Holman von der Zentralbank.
Am wenigsten resistent sei das tschechische Finanzsystem gegen einen „nervösen Markt“. Im Falle eines starken Rückgangs des Bruttoinlandsproduktes (BIP) und einer Anhebung der Zinsen könnte der Kapitalbedarf auf 23 Mrd. Kronen (859 Mio. Euro) steigen.
Zinsen sollen niedrig bleiben
Über die nächsten zwei Jahre sollten die Leitzinsen auf einem niedrigen Niveau bleiben, hieß es weiter. Die tschechische Wirtschaft ist im ersten Quartal um 3,4 Prozent geschrumpft. Die Zentralbank geht davon aus, dass man im kommenden Jahr zu einem moderaten Wachstum zurückfinden wird.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 17.06.2009)