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USA liefern Ukraine kaputtes Kriegsmaterial für Front

Ukrainische Soldaten beschweren sich über US-Ausrüstung.
Ukrainische Soldaten beschweren sich über US-Ausrüstung.APA/EPA/ROMAN PILIPEY
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Schrottautos und alte Kugelwesten - die USA sollen der Ukraine alte Ausrüstung im Kampf gegen Rebellen bereitgestellt haben.

Zur Unterstützung im Kampf gegen die prorussischen Rebellen in der Ostukraine haben die Vereinigten Staaten der ukrainischen Regierung Militärausrüstung im Wert von 260 Millionen Dollar geliefert. Doch das nichttödliche Kriegsgerät, das eigentlich zum Schutz und Transport des ukrainischen Militärs gedacht war, hat sich als Schrott entpuppt, berichtet die Washington Post.

So nutze eine Spezialeinheit am Rande der von den Separatisten kontrollierten Stadt Donetsk von den USA zur Verfügung gestellte Humvees. Sie seien - basierend auf den Seriennummern der Fahrzeuge - in den späten 80er und frühen 90er Jahren produziert worden. Drei der Geländefahrzeuge hätten allerdings nur Plastiktüren und -fenster - und liefern damit praktisch keinen Schutz vor Geschossen. Die Reifen eines der Fahrzeuge seien nach nur wenigen hundert Kilometern Fahrt geplatzt. Offenbar weil sie zu lange gelagert worden waren. Auch von alten, wenig funktionsfähigen Schusswesten wird berichtet.

"Wenn Amerika uns Ausrüstung schickt, dann schickt uns keine Secondhand-Ware", sagte ein Kommandant der ukrainischen Armee. Die schlechte Qualität der Ausrüstung an der ukrainischen Front habe Misstrauen und fehlende Moral der Regierungstruppen zur Folge, berichten Soldaten. Zudem stelle die Schrott-Lieferung das Engagement der USA in dem mehr als ein Jahr andauernden Krieg der ukrainischen Truppen gegen die von Russland unterstützten Separatisten in Frage, berichtet Washington Post.

Eigentlich als Erstatzteile gedacht

Insgesamt hätten die USA dieses Jahr 100 Humvees an die Ukraine geschickt. Dass die Fahrzeuge teils in einem schlechten Zustand sind, erkärten US-Beamte mit der Dringlichkeit der Situation. Man habe versucht, der Ukraine so schnell wie möglich Hilfe zukommen zu lassen. Da die russischen Verwicklungen in den Konflikt nicht vorhersehbar gewesen seien, sei Washington völlig unvorbereitet gewesen und habe kein Geld für eine derartige Krise zur Verfügung gehabt, berichtet die Washington Post unter Berufung auf einen hohen Beamten im Verteidigunsgministerium.

Es sei unklar, wie viel Kriegsmaterial, das die USA der Ukraine verkauft haben, fehlerhaft und antquiert sei. Die US-Regierung habe auch neuwertige Militärausrüstung wie Nachtsichtgeräte, Erste-Hilfe-Koffer, Kommunikationsmittel und Radare an Kiew geschickt.

Auch im Pentagon aber äußerten sich Mitarbeiter gegenüber der Zeitung kritisch: Das Programm sende Material, das niemand mehr gebrauchen könne. "In manchen Fällen werden Humvees für Ersatzteile verwendet. Sie sind nicht intakt genug, um mit ihnen zu fahren, aber man kann sie auseinander nehmen." Der Kommandant der ukrainischen Einheit, der die Fahrzeuge geliefert wurden, beteuert, einsatzfähige Geländewägen bestellt zu haben. In der Ukraine koste ein Humvee-Reifen rund 1000 Dollar. Statt einen neuen zu kaufen, habe die Einheit einen billigen SUV angeschafft, der nicht einmal so viel gekostet habe, wie zwei Reifen.

(maka)