Supercar: Bugatti Chiron

Vorgeschmack. Der Chiron wird Bugattis wilder Playstation-Variante ähnlich sein.
Vorgeschmack. Der Chiron wird Bugattis wilder Playstation-Variante ähnlich sein.(c) Beigestellt
  • Drucken

Der Monegasse Louis Chiron machte sich vor dem Zweiten Weltkrieg als ritterlicher Rennfahrer einen Namen. Dieser wird das neue Supercar von Bugatti schmücken.

Gentleman-Driver. Im weißen Rennoverall mit rotem Tuch: Louis Chiron im Typ 51.
Gentleman-Driver. Im weißen Rennoverall mit rotem Tuch: Louis Chiron im Typ 51. (c) Beigestellt

Louis Chiron war ein ungewöhnlicher Rennfahrer seiner Zeit, was sich nicht zuletzt darin manifestierte, dass er 80 Jahre alt wurde. Er starb nicht in einem Rennwagen, sondern 1979 friedlich in Monaco, wo er 1899 als Sohn eines Hotel-Concierge geboren wurde. Es gibt zwar jede Menge Rennfahrer, die in Monaco leben, aber nur sehr wenige, die echte Monegassen sind. Chiron zeigte als Youngster Talent im schnellen Autofahren und wurde früh gefördert, wobei es sich als besonders hilfreich erwies, dass man ihn bald in einen Rennwagen von Bugatti steckte. Rennen in den 1920er-Jahren wurden vielfach noch in den eigenen Autos bestritten, Werkteams entstanden erst nach und nach. Der auftrumpfende junge Chiron wurde umgehend von Ettore Bugatti entdeckt und als Werksfahrer engagiert – goldene Zeiten für beide begannen. Chiron entsprach dem Typ des ritterlichen Rennfahrers, er trug stets ein rotes Halstuch mit weißen Punkten, kämpfte hart, aber fair und war ernsthaft genug, auf ein rauschendes Leben im Jetset der Vorkriegsjahre zu verzichten. 1931 gipfelte seine erfolgreiche Karriere im Sieg des Grand Prix von Monaco. Wer durch den Hafen der Stadt spaziert, wird auf das Chiron-Denkmal stoßen, nicht weit von der Skulptur des Bugatti Typ 35 mit Grover Williams am Steuer, einem Zeitgenossen und Freund Chirons, der sich auch als Widerstandskämpfer gegen die Nazis einen Namen machte. Nach der Rennfahrerei richtete Louis Chiron bis zu seinem Tod die Formel-1-Rennen von Monaco und die Rallye Monte Carlo als Renndirektor aus.

Siegertyp. Im Bugatti Typ 51 (l.) gewann ­Chiron 1931 den ­Grand Prix von Monaco.
Siegertyp. Im Bugatti Typ 51 (l.) gewann ­Chiron 1931 den ­Grand Prix von Monaco. (c) Beigestellt

Der Name Chiron schien Bugatti also würdig genug, um die nächste Generation des Überdrüber-Supercars zu schmücken, das in wenigen Monaten in Genf gezeigt wird. Der Nachfolger des Veyron wird es an Supertrumpfwerten in allen Disziplinen nicht missen lassen – mindestens ist mit dem schnellsten, stärksten und teuersten Auto der Welt zu rechnen. Offiziell gezeigt wurde es noch nicht, gefahren hat es außer den Testpiloten noch niemand, doch 100 Vorbestellungen liegen laut Bugatti bereits vor.

Info

Name: Bugatti Chiron
Bauzeit: ab 2016
Vorstellung: Genfer Autosalon, März 2016
Motor: W-16-Zylinder, vier Turbos, E-Hybrid
Leistung: ca. 1500 PS
Gewicht: ca. 2000 kg
0 auf 100 km/h: unter 3,0 sec
Vmax: über 400 km/h

Lesen Sie mehr zu diesen Themen:


Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt
Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.