Airports International: Anleger verlieren noch mehr Geld

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Airport International(c) AP (Frank Augstein)
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Das Unternehmen, das demnächst aufgelöst werden soll, bringt die Flughäfen nicht an den Mann. Damit dürften die Anleger noch weniger Geld bekommen, als ihnen versprochen wurde.

Die Anleger der Airports International (AI, ehemals Meinl Airports International), die laut Beschluss der Hauptversammlung vom 22. April 2009 liquidiert werden soll, werden von ihrem Geld voraussichtlich deutlich weniger zurückbekommen als ihnen bei der HV in Aussicht gestellt worden war. Das geht aus einer Veröffentlichung des neuen AI-Managements vom 16. Juni hervor. Die Meinl Bank wirft dem neuen Management vor, das Unternehmen ausräumen zu wollen und für das ungeklärte Verschwinden von 204 Mio. Euro verantwortlich zu sein. Zusammen mit Power International (PI) ergebe sich sogar ein Fehlbetrag von 276 Mio. Euro, so der Vorwurf.

Bei der AI-Hauptversammlung am 22. April war den Zertifikate-Inhabern eine Ausschüttung von Cash-Beständen von 3,50 Euro je Anteilsschein in Aussicht gestellt worden - tatsächlich ausgeschüttet wurden am 2. Juni 2009 nur 2,25 Euro je Papier, in Summe also rund 153 Mio. Euro. Der Grund liege in der "Neubewertung von Eventualverbindlichkeiten und in potenziellen Aufwendungen, die für eine Maximierung des Wertes der Gesellschaft und die letztlichen Rückzahlungen an die Zertifikateinhaber notwendig sein könnten", hieß es damals zur Begründung.

Interesse "überschaubar"

Auch das Interesse an den zum Verkauf anstehenden Flughafen-Beteiligungen sei "überschaubar", sagte ein AI-Sprecher am Mittwoch zur APA. Im Klartext: Das Interesse ist Null - von den mehr als 50 kontaktierten möglichen Käufern wurde bisher kein einziges indikatives Angebot abgegeben. "Derzeit werden die Preisindikationen neu festgelegt", heißt es in der AI-Veröffentlichung. Und weiter im Text: "Der derzeitige Status des Verkaufsprozesses hat klar gemacht, dass weitere Wertberichtigungen auf die historischen Anschaffungskosten der Flughafen-Assets notwendig sein werden." Mit anderen Worten: Man wird es deutlich billiger geben müssen.

Das AI-Board geht jetzt davon aus, dass die Zertifikate-Inhaber zusätzlich zu der bereits erfolgten Ausschüttung noch mit 1,25 bis 3,50 Euro je Schein rechnen können. Das entspricht im schlechtesten Fall dem Betrag, der nach ursprünglichen Angaben allein an Cash-Bestand vorhanden war - die Beteiligungen könnten sich dieser Rechnung zufolge also als völlig wertlos erweisen. Die ursprünglich für 30. April 2009 geplante Vorlage des Jahresabschlusses 2008 werde sich auf den Spätsommer 2009 verschieben, man gehe aber davon aus, den Abschluss rechtzeitig vor der ordentlichen HV Anfang/Mitte September fertigzustellen.

276 Mio. Euro verschwunden?

Für die Meinl Bank ist das völlig unverständlich, sie wirft den "Rebellen" und dem neuen Board von AI und PI vor, für das ungeklärte Verschwinden von insgesamt 276 Mio. Euro verantwortlich zu sein. Zum Zeitpunkt der Ernennung des neuen Boards hätten die AI einen Cash-Bestand von rund 390 Mio. Euro gehabt. Zudem habe die Gesellschaft vor kurzem noch 52 Mio. Euro aus dem Verkauf der Beteiligung am türkischen Flughafenbetreiber TAV lukriert. Allein bei Berücksichtigung des vorhandenen Barvermögens ergebe sich also ein ungeklärter Fehlbetrag von 204 Mio. Euro, rechnet die Meinl Bank in einer Aussendung am Mittwoch vor.

Bei der Power International seien bisher 4,40 Euro je Zertifikat ausgeschüttet und weitere 1,60 Euro angekündigt worden, was eine Gesamtausschüttung von 348 Mio. Euro ergebe. Der Cash-Betrag bei Antritt des neuen Boards habe sich jedoch auf rund 420 Mio. Euro belaufen. Insgesamt ergebe sich bei AI und PI somit ein Fehlbetrag von 276 Mio. Euro.

Unterdessen geht auch die juristische Auseinandersetzung zwischen der Meinl Bank und der neuen Führung von AI und PI weiter. Die AI hat die Beschlagnahmung der Kaution von 100 Mio. Euro, die Julius Meinl V. hinterlegen musste, als Sicherstellung für Schadenersatzansprüche der AI beantragt. Darüber hinaus habe man die Sachverhaltsdarstellung im Zuge des österreichischen Strafverfahrens in Bezug auf Geldwäsche, Untreue, Hehlerei sowie Bildung einer kriminellen Vereinigung ergänzt, heißt es seitens der AI.

(APA)

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