Cash ist weniger fesch

Bargeldlos Bezahlen
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Noch vor dem Weihnachtsgeschäft gibt es einen Rekord bei bargeldlosem Zahlen. Auch bei kleineren Beträgen wird öfter zur Karte gegriffen.

Wien. Die Rekordmarke von einer Milliarde bargeldloser Transaktionen fiel am 1. Dezember: Insgesamt waren es Ende November über 997 Millionen Transaktionen mit einem Volumen von fast 58 Mrd. Euro, die Six Payment Services (ehemals Paylife) an Kassen und im E-Commerce in ganz Europa abwickelte. Dies umfasst Zahlungen mit Kredit- und Debitkarten (Mastercard, Visa, Maestro, V PAY, JCB, Diners und China Union Pay) in der Schweiz, Österreich, Luxemburg, Deutschland, Großbritannien, Polen, Slowenien, Ungarn und einigen weiteren Ländern.

Die Zahl der Transaktionen pro Tag stieg von 3,03 auf 3,1 Millionen. Jürg Weber, Division CEO SIX Payment Services, erwartet, dass nun im Weihnachtsgeschäft die Rekordmarke noch einmal gebrochen wird. „Allein an einem Samstag im Dezember laufen jeweils rund zehn Millionen Transaktionen aus ganz Europa über unsere Systeme.“ Auch bei kleineren Beträgen werde zusehends zur Karte gegriffen.

In Österreich stiegen Debitkartentransaktionen per Ende November um 6,3 Prozent. Generell ist der Lebensmittelhandel der große Treiber, wobei es allerdings deutlich Unterschiede zwischen den Ländern gibt. In der Schweiz, wo Kreditkartenzahlungen bei Coop und Migros längst gang und gäbe sind, liegen die Ausgaben bei rund 56 Franken (51,40 Euro) im Debitkarten- bzw. 59 Franken im Kreditkartenbereich. Im österreichischen Lebensmittelhandel spielen Kreditkarten eine geringere Rolle, die Durchschnittsausgaben liegen bei 34 bzw. 36 Euro. In beiden Ländern sind die Ausgaben pro Transaktion im Lebensmittelhandel deutlich gesunken: in Österreich um 13,4, in der Schweiz um 7,9 Prozent. (eid)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 07.12.2015)

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