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VW: Zwischenbericht am Donnerstag

Volkswagen AG Diesel Engines As VW Seeks Way Out Of Scandal Over Manipulation Of Vehicle Emissions
Volkswagen AG(c) Bloomberg (Miles Willis)
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VW-Boss Müller will über Neuausrichtung des Konzerns informieren.

Wien. Volkswagen will an diesem Donnerstag in Wolfsburg einen Zwischenstand zur Aufarbeitung des Abgasskandals geben. Das kündigte der Konzern am Montag an. Bei einer Pressekonferenz wollen VW-Aufsichtsratschef Hans Dieter Pötsch und Vorstandschef Matthias Müller auch über die Neuausrichtung des Konzerns informieren.

Knapp drei Monate nach Beginn der Krise ist es das erste Mal, dass Pötsch und Müller sich auch Fragen stellen wollen. Zuvor wird der VW-Aufsichtsrat tagen, bei dem der neue Personalvorstand, Karlheinz Blessing, ernannt werden soll. Er war bisher Vorstandschef des Stahlkochers Dillinger Hütte.

Europas größter Autobauer steckt seit September in der schwersten Krise der Konzerngeschichte. Das Unternehmen hat bei Millionen von Dieselfahrzeugen die Stickoxidwerte mittels einer verbotenen Software manipuliert. Später stellte sich noch heraus, dass es auch bei rund 800.000 Fahrzeugen Unregelmäßigkeiten bei den Angaben zum klimaschädlichen Kohlendioxidausstoß gegeben hatte.

Müller hat vor zwei Wochen angekündigt, im Dezember einen Zwischenbericht zum Abgasskandal vorlegen zu wollen. Die VW-Revision habe inzwischen zahlreiche Computer und Smartphones sowie mehrere Gigabyte an Daten sichergestellt. Zudem würden Gespräche geführt, Hinweise verfolgt und Protokolle gesichtet.

Vieles noch immer unklar

Doch immer noch ist unklar, wer genau bei VW für die Manipulationen verantwortlich ist. Die VW-Spitze hat stets darauf verwiesen, dass es sich um eine „kleine Gruppe“ gehandelt habe. Mehrere hochrangige Manager aus Entwicklungs- und Motorenabteilungen sind beurlaubt worden.

Für einen Großteil der in Europa zugelassenen Fahrzeuge konnte VW inzwischen technische Lösungen für die von den Abgasmanipulationen betroffenen Autos präsentieren. In den USA laufen derzeit noch die Gespräche mit den zuständigen Behörden. VW drohen weltweit Schadensersatz- und Strafzahlungen in Milliardenhöhe.

Gleichzeitig prüft der deutsche Justizminister, Heiko Maas (SPD), ob den Verbrauchern in Deutschland künftig auch eine Musterklage möglich ist. „Es ist richtig, dass wir den kollektiven Rechtsschutz weiter ausbauen wollen“, bestätigte sein Sprecher. Bisher gäbe es solche Musterverfahren nur für geschädigte Kapitalanleger, betroffene Verbraucher aber müssten für sich allein klagen. Das Justizministerium wies darauf hin, dass es bei der aktuellen Prüfung nicht nur um die Causa VW, sondern auch um andere verbraucherrechtliche Klagen gehe. (APA)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 09.12.2015)