Fans raus aus den Stadien

Fußballfans können ja so rücksichtslos sein.

Die südafrikanischen etwa bliesen beim Confederations Cup so stark in ihre Vuvuzelas, dass Spaniens Teamspieler Xabi Alonso Ohrensausen bekam: Er habe sich kaum konzentrieren können.

Was in Südafrika abgeht, ist unangenehm, aber vergleichsweise harmlos. Ein Glück, dass Xabi Alonso selten in der Türkei spielen muss, wo tote Hühner als Glücksbringer auf Spielfelder geworfen werfen. Oder dass er nicht dem seltsamen (Wiener) Brauch ausgesetzt ist, gegnerische Spieler mit Bier zu duschen, ehe diese einen Eckball treten. Das nämlich muss nun wirklich nicht sein.

Es stimmt schon: Die Vuvuzelas, diese armlangen Trompeten aus Plastik, erzeugen einen Krach, dass einem der Schädel brummen mag. Aber das tut er nach einem Rockkonzert möglicherweise auch. Alonso jedenfalls macht sich unfreiwillig zum Sprachrohr derer, die einen sterilen Fußball befürworten, bei dem wie im Golf oder Tennis nur ganz artig angefeuert werden darf. Ohne derbe Sprechchöre und Transparente. Noch lieber wäre es ihnen, alle würden brav vor dem Fernseher sitzen und die Werbebotschaften inhalieren. Doch darauf werden die Fans (hoffentlich) pfeifen. Ganz laut.


michael.koettritsch@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 19.06.2009)

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