Porsche: Wiedeking attackiert Piëch

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FILE GERMANY VOLKSWAGEN PORSCHE(c) EPA (Bernd Weissbrod)
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Porsche-Chef Wiedeking wirft Piëch vor, diese habe Porsche mit den Attacken gegen ihn schwer geschadet. Piëch müsse notfalls "persönlich dafür haften". Porsche verkaufte in den ersten drei Quartalen um ein Viertel weniger Autos.

Neue Details über den Machtkampf bei Porsche sorgen für Aufregung. Nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" wirft Konzernchef Wendelin Wiedeking dem Miteigentümer Ferdinand Piëch vor, Porsche mit öffentlichen Attacken möglicherweise schwer geschadet zu haben. Dafür müsse Piëch notfalls "persönlich haften", warne Wiedeking in einem Brief, der bereits vom 13. Mai stamme.

Es sei in der deutschen Wirtschaftsgeschichte ein äußerst ungewöhnlicher Fall, dass der Vorstandschef eines der bekanntesten Konzerne dessen Miteigentümer mit harten Worten zur Ordnung rufe und ihm sogar mit Schadenersatzforderungen drohe. In dem Brief verwahrt sich Wiedeking gegen Attacken von Piëch, der als Großaktionär und Aufsichtsrat bei Porsche maßgeblichen Einfluss auf den Sportwagen-Hersteller hat. Als VW-Aufsichtsratschef bestimmt er zudem auch die Geschicke des Wolfsburger Konzerns mit.

Der Brief sei eine Antwort auf die Attacken von Piëch gegen Wiedeking bei der Präsentation des neuen VW Polo kurz zuvor im Mai auf Sardinien gewesen. Piëch habe nach Angaben aus Konzernkreisen Wiedekings Vorwürfe in einem Schreiben zurückgewiesen und erklärt, er habe Porsche nicht geschadet, berichtete die Zeitung. Üblicherweise würde eine solche Auseinandersetzung zur sofortigen Entlassung des Chef-Angestellten führen. "Offenbar aber kann Piëch eine Ablösung von Wiedeking nicht durchsetzen", schreibt die "Süddeutsche Zeitung". Dieser werde von der Familie Porsche gestützt, dem anderen Großaktionär neben der Piëch-Familie.

Absatz und Umsatz eingebrochen

Porsche hat in den ersten drei Quartalen des laufenden Geschäftsjahres 2008/09 (per Ende Juli) einen Rückgang bei Umsatz, Absatz und operativem Ergebnis verzeichnet. Konkret sank der Umsatz um 15 Prozent von 5,46 auf 4,64 Milliarden Euro. Weitere Ergebniszahlen nannte Porsche im aktuellen Zwischenbericht nicht. Jedoch seien die Erträge "unter dem Vorjahresniveau".

Ein Viertel weniger Autos verkauft

Der Umsatz sank gemeinsam mit dem Absatz von neuen Autos. So wurden um 20.423 Porsche weniger an den Käufer gebracht als im Vorjahr - das sind fast so viele, wie insgesamt Porsche Cayenne verkauft wurden.

Die Absatzzahlen der Modellreihen:

1.-3.Qu 08/091.-3.Qu 07/08+/- in Stück+/- in %911er 20.254 24.775 -4.521 -18,25 Boxter/Cayman 8.692 16.303 -7.611 -46,68 Cayenne 24.689 32.976 -8.287 -25,13 RS/GT 0 4 -4 Gesamt 53.635 74.058 -20.423 -27,58 Machtkampf ums Familiensilber

Seit Wochen tobt ein Machtkampf zwischen Porsche und VW - Gespräche über ein Zusammengehen stocken. Porsche hatte sich bei der geplanten Übernahme von Europas größtem Autobauer VW verhoben und kämpft mit einem riesigen Schuldenberg von rund neun Milliarden Euro. Zur Behebung der Milliarden-Finanzierungslücke setzt Porsche auf einen Kredit über 1,75 Milliarden Euro von der staatliche KfW-Gruppe - hierüber ist aber noch nicht entschieden worden.

(Ag./Red.)

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