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Unbegrenzter Urlaub für alle?

Was passiert wenn sich Mitarbeiter so viel Urlaub nehmen können wie sie wollen?

Unbegrenzter Urlaub? Das klingt ja fast zu schön um wahr zu sein. Endlich Zeit im Spätherbst nach Asien zu fliegen. Oder einfach Zeit gemütlich zuhause zu verbringen.

Was passiert, wenn Mitarbeiter selbst bestimmen können, wann und wieviel sie sich Urlaub nehmen?

Immer mehr US-amerikanische Unternehmen experimentieren mit flexiblen Arbeitszeiten und unbegrenztem Urlaub. General Electric, Netflix oder Best Buy haben diese Regelung schon eingeführt. Die Crowfdfunding-Plattform Kickstarter hingegen hat unbegrenzten Urlaub gerade wieder abgeschafft. Warum? Weil sich die Mitarbeiter noch weniger frei nahmen als zuvor.

Was sind also die Vor- und Nachteile des flexiblen und selbst bestimmbaren Urlaubsmodells?

Kein 9to5 mehr im Beruf, also auch nicht mehr im Urlaub

Da Arbeitszeiten immer flexibler werden, sich das Home-Office etabliert und Unternehmen von Gleitzeit und der dadurch ausgelösten Life-Work Balance schwärmen, könnte der flexible Urlaub der logische nächste Schritt sein.

Viele Unternehmen stehen zudem vor dem Problem, dass Mitarbeiter ihren Urlaub vor sich her schieben und am Jahresende nicht aufgebraucht haben. Dieses Problem fällt bei unreguliertem Urlaub natürlich weg.

Ein Jahr lang unbegrenzter Urlaub - Das Resultat

Nathan Christensen, CEO eines US-amerikanischen Dienstleisters, wollte das Experiment wagen und es in seinem Unternehmen ausprobieren: Unbegrenzter Urlaub für alle. Mit der Ergänzung, dass Urlaub nur genommen werde dürfe, wenn dieser dem Unternehmen nicht schade.

"Im Vergleich blieb die Anzahl der Urlaubstage beim alten und beim neuen System gleich. Die Mitarbeiter nahmen sich im Schnitt genauso viele Tage frei wie zuvor" resümiert Christensen in seinem Erfahrungsbericht im Fast Company Magazin.

Zudem stärke es das Vertrauen zu den Mitarbeitern und diese haben das Gefühl ,dass der Arbeitgeber ihr Privatleben respektiere.

Weniger Urlaub als zuvor

Auch das Unternehmen Kickstarter wagte den Versuch und schaffte die Regelung wieder ab. Weil sich die Mitarbeiter noch weniger frei nahmen als zuvor. Und Urlaub wichtig sei für sie.

Ähnlich erging es dem App-Entwickler Evernote aus dem Silicon Valley. Dieser wollte mit großzügigem Urlaub Tech-Talente anlocken. Plötzlich wollte sich im Unternehmen aber niemand mehr frei nehmen und die Firma begann Wochentrips mit 1000 Dollar zu sponsern.

Ob unbegrenzter Urlaub nun wirklich der Segen ist, als der er im ersten Moment erscheint, wird sich erst in der Zukunft zeigen.