Sinai-Absturz: Kairo sieht keine Hinweise für Terrorakt

224 Menschen starben bei dem Anschlag.
224 Menschen starben bei dem Anschlag.APA/AFP/RUSSIA'S EMERGENCY MINIS

Die Untersuchungskommission habe keine Informationen, die auf eine "illegale Intervention" hindeute. Russland geht weiterhin von einem Anschlag aus.

Die ägyptische Untersuchungskommission zum Absturz eines russischen Passagierjets über dem Sinai sieht bisher nach eigenen Angaben keine Hinweise auf einen Terrorakt. Das Gremium habe bisher keine Information erhalten, die auf eine "illegale Intervention" von außen hindeute, erklärte der Leiter der Kommission, Aiman al-Mukkadim, am Montag.

Nach wochenlangen Ermittlungen sei die Arbeit an einem vorläufigen Bericht abgeschlossen worden. Russland geht jedoch trotz des Widerspruchs aus Ägypten weiterhin von einem Anschlag auf das Passagierflugzeug aus. "Ich erinnere daran, dass unsere Geheimdienstexperten zu dem Schluss gekommen sind, dass es ein Anschlag war", sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow in Moskau.

Die russische Maschine war Ende Oktober mit 224 Menschen an Bord über der Sinai-Halbinsel abgestürzt, alle Insassen kamen ums Leben. Der Airbus A 321 befand sich auf dem Weg vom ägyptischen Badeort Sharm el-Sheikh nach Russland. Mehrere Länder stellten danach ihre Flüge in den beliebten Badeort ein. Britische Luftlinien wollen Sharm el-Sheikh wegen Sicherheitsbedenken bis ins neue Jahr nicht anfliegen.

Auch Westen hält Anschlag wahrscheinlich

Auch Regierungen im Westen erklärten, ein Anschlag als Ursache des Absturzes der Maschine sei wahrscheinlich. Die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) bekannte sich zu der Tat. Die Extremisten wollen das Flugzeug mit einer Bombe zum Absturz gebracht haben, die sie in einer Getränkedose an Bord geschmuggelt hätten.

Ermittlungsleiter Al-Mukkadim erklärte weiter, die Untersuchungen würden fortgesetzt. Der vorläufige Untersuchungsbericht sei an alle Länder geschickt worden, die in die Ermittlungen eingebunden seien. Beteiligt an den Untersuchung waren mehr als 50 Experten aus Ägypten, Russland, Deutschland, Frankreich und Irland.

(APA/dpa)