Burma: Geburtstag hinter Gefängnismauern

(c) EPA (Andy Rain)

Die Militärjunta hält die Friedens-Nobelpreisträgerin und Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi weiterhin in Haft. Weltweit wird ihre Freilassung gefordert.

Ein scharfes Reisgericht habe sie sich gewünscht, ebenso einen Kuchen, teilten Aung San Suu Kyis Anhänger von der Partei „Nationale Liga für Demokratie“ (NLD) mit. Ihr Anwalt, der die Friedensnobelpreisträgerin an ihrem 64. Geburtstag im Gefängnis besuchen wollte, stand vor verschlossenen Toren. Alle Mitbringsel, inklusive der Blumen, wurden ihm am Eingang des berüchtigten Insein-Gefängnisses abgenommen.

Eine kleine Mahnwache gab es außerhalb der Gefängnismauern – argwöhnisch beäugt von einem massiven Aufgebot an Militärpolizisten in Zivil: Vor dem Hauptquartier der Oppositionspartei NLD in Rangun schnitten mehrere hundert Mitglieder symbolisch eine Geburtstagstorte an und ließen anschließend Tauben fliegen und Luftballons in den Himmel steigen. Diese Gedenkfeier war nicht die einzige: Weltweit protestierten Menschen mit Mahnwachen, Unterschriftenaktionen und öffentlichen Debatten gegen die anhaltende Inhaftierung der mittlerweile 64-jährigen Friedensnobelpreisträgerin.

Einer Internetkampagne unter dem Motto „64 Wörter für Suu Kyi“ haben sich Prominente aus aller Welt angeschlossen, unter anderem die Friedensnobelpreisträger Elie Wiesel und Desmond Tutu, der Fußballer David Beckham und Hollywood-Stars wie George Clooney und Julia Roberts.

 

Eine Verhandlungsfarce

Auch die 27 Staats- und Regierungschefs der EU forderten während ihres jüngsten Treffens in Brüssel erneut die Freilassung von Burmas Oppositionsführerin. Zudem ließen sie ein riesiges Porträt Suu Kyis auf eine der EU-Gebäudefassaden projizieren.

Seit dem 18. Mai wird Suu Kyi der Prozess gemacht. Burmas Machthaber werfen ihr vor, die Auflagen ihres Hausarrests verletzt zu haben. Anfang Mai hatte Suu Kyi ungebetenen Besuch von einem US-Bürger bekommen. Der Amerikaner John William Yettaw war durch einen See zu ihrem schwer bewachten Anwesen geschwommen. Suu Kyi hatte dem Mann erlaubt, sich in ihrem Haus auszuruhen. Yettaw hatte später ausgesagt, er habe Suu Kyi vor einem Mordanschlag warnen wollen. Auch ihm wird der Prozess gemacht.

Das am 18. Mai begonnene Verfahren gegen die Oppositionsführerin gilt als Farce. Lediglich an zwei Verhandlungstagen wurde ausländischen Diplomaten und ein paar Journalisten der Zutritt erlaubt. Regimegegner erklärten, dass die Junta die Vorwürfe gegen Suu Kyi konstruiert habe, um sie für die Wahl 2010 aus dem Weg zu haben. Bei einem Schuldspruch drohen ihr bis zu fünf Jahre Haft.

Ihr letzter, insgesamt sechs Jahre währender Hausarrest war offiziell Ende Mai abgelaufen. Wäre sie freigekommen, hätte sie für ihre Partei Wahlkampf machen können. Die letzten freien Wahlen von 1990 hatte Suu Kyis NLD haushoch gewonnen, doch Burmas Generäle haben diesen Sieg nie anerkannt.

Aus UNO-Krisen heißt es, Generalsekretär Ban Ki-moon werde Anfang Juli nach Burma reisen, um sich für die Freilassung von über 2100 politischen Gefangenen einzusetzen. Erst vor wenigen Tagen hatten Dissidenten Ban eine Petition mit rund 680.000 Unterschriften aus 220 Ländern überreicht, in der die UNO zum Handeln aufgefordert wurde.