Bank Austria muss ihre Filialsparte nicht verkaufen

Die Bank Austria muss ihre Filialsparte nicht verkaufen, aber stark abbauen.

Wien/Mailand. Die Bank Austria darf ihre Filialen behalten, um sie aus eigener Kraft zu sanieren. Verkaufen muss die österreichische UniCredit-Tochter das defizitäre inländische Privatkundengeschäft nun doch nicht. Das österreichische Geschäftsstellennetz muss nach Vorgabe der Mailänder Mutter UniCredit auf jeden Fall redimensioniert werden. Ausgebaut werden Onlinebankdienste.

In Wien und Mailand sind am Montag die "Richtungsentscheidungen" dazu gefallen. Die Bank Austria muss den Rotstift ansetzen. Ziel: Bis 2018 müssen die Kosten um rund 300 Mio. Euro unter dem Stand von Ende 2014 liegen.

Auch die Pensionslasten der Bank Austria sollen sinken

Einer der Rationalisierungsschritte ist auch eine Umstellung im bankinternen Pensionssystem. Sie umfasst die Überführung der Bankmitarbeiter, für die die Bank Austria Pensionsversicherungsträger war, in das normale staatliche Pensionsschema. Aktive Pensionisten sind davon nicht betroffen.

Künftige Bankpensionisten werden ab 2016 ins staatliche Pensionsversicherungssystem übergeführt. In die Rechte bestehender Pensionisten wird aber nicht eingegriffen. Für die geplante Änderung im Pensionsschema für künftige Bankruheständler gibt es bereits Zustimmung der Belegschaftvertretung. UniCredit verwies in einer Mitteilung Montagabend ausdrücklich auf eine entsprechende unterschriebene Übereinkunft mit den Arbeitnehmervertretern.

Pressekonferenz am Dienstag

Das Schicksal der Belegschaft im inländischen Privatkundengeschäft war wochenlang offen, seit UniCredit diese verlustträchtige österreichische Sparte öffentlich ins Schaufenster gestellt hatte.

Anfang November hieß es: Verkauf oder drastische Reduktion. In der Belegschaftsvertretung wollte man einen Verkauf nach Kräften verhindern, auch Streiks standen für den Fall schon im Raum. Namentlich gegen einen Verkauf der Filialen an die BAWAG (die sich interessiert hätte) gab es Bedenken: Allerdings nicht nur von Bank Austria-Mitarbeitern, auch von Aufsehern und Wettbewerbshütern.

Im Verluste schreibenden österreichischen Privatkundengeschäft der Bank Austria geht um rund 2.500 Vertriebs- und Schaltermitarbeiter. Mitsamt damit zusammenhängender Dienste sind es mehr als 3.000 Leute. Wie viele Stellen jetzt abgebaut werden und wie viele Filialen zusperren, war in der Mitteilung von UniCredit Montagabend nicht enthalten. Am Dienstag ist für 9.00 Uhr in Wien eine Pressekonferenz mit Bank Austria-Vorstand Willibald Cernko angesetzt.

UnCredit hat am Montagabend deutlich gemacht, dass in der österreichischen Tochter bis 2018 die Lohnkosten und die Zahl der Mitarbeiter sinken müssen, Einsparungen werden auch bei den IT-Kosten erwartet. Signifikant gespart werden soll in gesamten Verwaltungsbereich (Back-office).

Die Bank Austria ist seit zehn Jahren Teil des italienischen UniCredit-Konzerns.


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