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Allianz-Studie: Österreicher sparen sich arm

Weltspartag
APA/dpa/Peter Kneffel
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Seit 2010 erzielten die Haushalte inflationsbereinigt eine jährliche Rendite von nur 0,3 Prozent. Die Niederländer kommen auf 5,4 Prozent.

"Armsparen für Fortgeschrittene", so das drakonische Urteil von Martin Bruckner, Vorstandssprechers der Allianz Investmentbank AG, über das Anlageverhalten der Österreicher. "Die österreichischen Haushalte sparen viel, aber wenig erfolgreich", so Bruckner. "Es ist höchste Zeit, dass Österreich 'umspart'". Seit 2010 erzielten die heimischen Haushalte im Mittel nur eine jährliche Rendite von 2,6 Prozent, bereinigt um die Inflationsrate waren es überhaupt nur mehr 0,3 Prozent. Das bedeutete in beiden Fällen Schlusslicht unter neun Euroländern.

An der Spitze stehen laut einer aktuellen Allianz-Studie die Niederländer mit einer durchschnittlichen jährlichen Gesamtrendite von 7,2 Prozent, vor den Finnen mit 6,5 Prozent. Real kommen die Niederländer auf 5,4 Prozent. Sehr schlecht veranlagen neben den österreichischen auch noch die deutschen und italienischen Haushalte, sie kommen ebenfalls nur auf reale Renditen von 1,2 bzw. 1,5 Prozent. Aber immerhin vier bzw. fünf Mal so hoch die österreichischen.

Sehr konservative Anlagepolitik

Grund für das schlechte Abschneiden Österreichs ist die traditionell sehr konservative Anlagepolitik. Die Österreicher sind stärker in Bankeinlagen (50 Prozent) und schwächer in Aktien (4,5 Prozent) investiert als jedes andere untersuchte Land.

Auch zwischen den Einkommensgruppen gibt es keine großen Unterschiede. "In Österreich, Belgien und Spanien führt die über alle Einkommensklassen relativ gleich ausgeprägte Neigung, Spargelder vor allem bei Banken zu parken, zu einer gewissen Verflachung der Renditeunterschiede", so Bruckner. So kommt die ärmste Einkommensgruppe auf 1,7 Prozent, die reichste auf 2,2 Prozent durchschnittliche Gesamtrendite.

In anderen Ländern sind die Unterschiede größer. Mit Ausnahme der Niederlande weist in allen untersuchten Ländern die oberste Einkommensgruppe auch die höchste Vermögensrendite auf. Besonders ausgeprägt ist dieser Unterschied in Finnland, wo der Unterschied zwischen den Ärmsten und Reichsten mit 2,5 zu 7,6 Prozent am größten ist.

"Stärkere Orientierung hin zu Kapitalmärkten"

Der Schlüssel für hohe reale Renditen auch im derzeitigen Niedrigzinsumfeld liege in der Zusammensetzung des Vermögensportfolios: "Hier zahlt sich eine stärkere, direkte oder indirekte, Orientierung hin zu den Kapitalmärkten aus", so Bruckner. Das dürfte auch der Grund sein, warum in Spanien und Portugal, zwei Ländern, die in den letzten Jahren schwere Krisen durchlebten, die realen Renditen zehnmal so hoch wie in Österreich waren.

(APA)