Walk of Häme

Im Genitalschatten oder: Was Barack Obama mit dem tapferen Schneiderlein verbindet.

Glamour, Gossip, Lipgloss.
Und so . . .

Diepresse.com

Seit die Obamas im Weißen Haus wohnen (wobei, viel sind sie eh nicht dort, sie scheinen sich in den Haupt- und Nebenstädten Europas bedeutend wohler zu fühlen als in Washington), müssen wir ihnen hier eine fixe Ecke reservieren. Nicht eine Woche vergeht, ohne dass es Essenzielles zu berichten gäbe.

Dieses Mal hat Barack Obama vor laufender Kamera glatt eine Fliege erschlagen, seine Außenministerin Hillary Clinton hat sich vor nicht laufenden Kameras bei einem Sturz den Arm gebrochen. Wäre interessant zu wissen, ob Obama das Märchen vom tapferen Schneiderlein kennt. Und ob er die Fliege auch dann öffentlich erschlagen hätte.

Barack und seine Michelle sind jedenfalls zweifelsohne jene Kategorie Paar, die dem Erben-It-Girl Paris Hilton als Idealbild vorschwebt. Sie hat nämlich bei ihrem Techtelmechtel mit dem bordellaffinen portugiesischen Fußballer Cristiano Ronaldo in Los Angeles gemeint: „Wir könnten zusammen größer werden als David Beckham und Posh Spice.“

Da fielen uns schon bedeutend spannendere Kombinationen ein: Viel würziger wäre es etwa, wenn Obama Nicolas Sarkozy dessen Gattin Carla ausspannte und sich der französische Staatspräsident dafür mit Angela Merkel trösten würde. Oder George Clooney mit Julia Roberts zusammenkäme. Oder Paul Potts mit Susan Boyle.

Für das Aussuchen von Talenten wie Potts und Boyle ist im deutschen Fernsehen ja Dieter Bohlen zuständig. Und der hat dieser Tage einen bemerkenswerten Prozess gewonnen. Die Zeitschrift „Viel Spaß“ muss dem Popstar 40.000 Euro bezahlen, weil sie Paparazzi-Nacktfotos von Bohlen am FKK-Strand veröffentlicht hat. Zwar waren die heiklen Partien unkenntlich gemacht, doch das Gericht meinte, die Leser hätten sich „anhand des zu erkennenden Schattenwurfs eine konkrete Vorstellung in Bezug auf das Genital des Klägers machen können“.

Ein Schatten dieser Art liegt derzeit auch auf der Karriere des bayrischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer. Er soll die außereheliche Beziehung zu jener Frau wieder aufgenommen haben, mit der er ein Baby hat und die ihm die Edmund-Stoiber-Nachfolge im ersten Anlauf vermasselt hat. Vielleicht müssen wir dem CSU-Politiker hier auch bald eine fixe Ecke einrichten. Wer weiß.

florian.asamer@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 21.06.2009)

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