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Wir besuchen Auslandsösterreicher in ihrer neuen Heimat

Die Innsbruckerin Katrin Androschin arbeitet als Kommunikationsdesignerin in der deutschen Hauptstadt.

»Könnte nicht in einer anderen Stadt als Berlin leben«

Diepresse.com/PANORAMA

Ich glaube nicht, dass ich in einer anderen deutschen Stadt als in Berlin leben könnte.“ Die gebürtige Innsbruckerin Katrin Androschin, Jahrgang 1966, hat der Beruf in die deutsche Hauptstadt verschlagen. Gemeinsam mit drei Partnern – einer davon ist „nebenbei“ auch ihr Ehemann – gründete sie 2002 die Agentur „Embassy“, die auf Design, Kommunikation und Branding spezialisiert ist. Ein kleines, feines Unternehmen in der Mitte Berlins mit zehn Mitarbeitern, das sich als „Botschafter für die Marke“ sieht.

Ideengeber will Androschin mit ihrem Team sein, die Initialzündung liefern für spätere Werbeaktionen, die vom Kunden dann selbstständig auf die Beine gestellt werden. So zeichnet „Embassy“ etwa für Slogan und Konzeption der Hauptstadtkampagne „be Berlin“ des vergangenen Jahres verantwortlich, die der Senat nun in Eigenregie fortsetzt. Katrin Androschin war unter anderem auch für die telekom Austria, für NÖM oder Renault Deutschland tätig.

Nach ihrem Studium in München, bei dem Androschin bald ihr Interesse für „Corporate Identity“ entdeckte, ist die junge Designerin über Zwischenstationen in San Francisco, Zürich, Bonn und London schließlich in Berlin gelandet. Neben ihrer Tätigkeit in der Agentur findet sie auch Zeit für die Lehre an der Berliner Technischen Kunsthochschule, wo sie visuelle Kommunikation, Design und Branding unterrichtet. Zuvor lehrte sie sechs Jahre in Bozen und pendelte zwischen der deutschen Hauptstadt und Südtirol.

Androschin fühlt sich in der „kreativen Szene“, der „Lebenskünstleratmosphäre“ Berlins sehr wohl, sie findet die Stadt unkonventionell und offen. „Das sind so die Klischees von Berlin, und sie stimmen. Design und Kommunikation sind hier gut aufgehoben.“ Der Bekanntenkreis setzt sich vorwiegend aus Künstlern, Architekten, Journalisten und Designern zusammen. Anfängliche Hemmungen, von London nach Deutschland zu gehen, sind längst verflogen. Die Befürchtung, dort eine vergleichsweise „homogene Gesellschaft“ vorzufinden, bestätigte sich nicht. Im Gegenteil.

Katrin Androschin genießt Berlin auch als „Radfahrerstadt“. Die viele Bewegung ist ein guter Ausgleich für so manchen Besuch in österreichischen Lokalen, die es in der deutschen Hauptstadt sonder Zahl gibt. „Schnitzel essen kann man hier gut!“, schwärmt die schlanke, groß gewachsene Tirolerin. Die es im Übrigen regelmäßig in ihre Heimat zieht, in die Berge zum Wandern und Skifahren. Mit 18 hat sie Innsbruck verlassen, als Erwachsene kommt sie immer wieder gern zurück.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 21.06.2009)