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ÖBB könnten künftig Nachtzüge in Deutschland betreiben

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Die Deutschen erwägen, das verlustreiche Geschäft abzugeben. Die ÖBB bestätigten Gespräche mit der Deutschen Bahn.

Die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) könnten von der Deutschen Bahn (DB) Nachtzüge übernehmen. Die Deutschen erwägen, das verlustreiche Geschäft abzugeben. "Es stimmt, dass wir unter anderem mit der ÖBB im Gespräch sind", sagte DB-Personenverkehrvorstand Berthold Huber am Donnerstag laut dpa in Berlin. Das Angebot passe besser in die Produktions- und Fahrzeugstrukturen der ÖBB. Laut Huber geht es in den Gesprächen um ein "ganzheitliches Nachtzugkonzept". Der Nachtzug könne so im Kern aufrechterhalten werden. Das Konzept der Deutschen Bahn sieht demnach vor, dass die Zahl der Nacht-ICE von vier auf zehn erhöht und auch Nachtbusse einsetzt.

Die ÖBB bestätigten am Donnerstag Gespräche mit der Deutschen Bahn. "Wir schauen uns das Thema an", sagte ÖBB-Sprecher Michael Braun zur APA. "Es liegen mehrere Szenarien auf dem Tisch." Eine Entscheidung solle im Frühjahr 2016 fallen. Der für die ÖBB zuständige Verkehrsminister Alois Stöger (SPÖ) hat die ÖBB-Initiative bereits öffentlich gelobt und dafür auch Geld in Aussicht gestellt.

Hoher Investitionsbedarf

Die Deutsche Bahn will bei ihren Nacht- und Autozügen wegen mangelnder Rentabilität und hohem Investitionsbedarf den Rotstift ansetzen. Der DB-Aufsichtsrat hat am Mittwoch dem Vorstand grünes Licht für einen groß angelegten Konzernumbau gegeben. Details des Konzeptes "Zukunft Bahn" wurden heute, Donnerstag, präsentiert.

Die Deutsche Bahn hat in den vergangenen Jahren schon eine Reihe von Nachtzug-Verbindungen eingestellt. Die Liegewagen sind nach Hubers Worten durchschnittlich 40 Jahre alt. Die deutschen Nachtzüge fahren laut dem DB-Vorstand jährlich Verluste in zweistelliger Millionenhöhe ein. "Wir könnten für diesen Verlust jedes Jahr einen neuen Fernverkehrszug kaufen", so Huber.

(APA)