Der deutsche Autozulieferer Karmann hat die Produktion eingestellt. Das letzte Cabrio, ein schwarzer Mercedes CLK, rollte am Montag vom Band. Das Ende der insolventen Edelschmiede war nicht zu verhindern.
Der insolvente deutsche Autozulieferer Karmann hat am Montag mit einem schwarzen Mercedes CLK-Cabriolet die Fahrzeugproduktion beendet. Um 11.35 Uhr sei der Wagen vom Band gefahren, teilte ein Sprecher des insolventen Cabrio-Spezialisten in Osnabrück mit. Seit 1997 hatte Karmann den CLK 225.000 Mal für Mercedes hergestellt. Das Aus für die Fahrzeugherstellung war laut Insolvenzverwalter Ottmar Hermann nicht zu verhindern.
Kein Investor weit und breit
"Es gibt zurzeit keinen Investor", bedauerte ein Sprecher des Insolvenzverwalters. Karmann hatte sich zuletzt vergeblich um Anschlussaufträge bemüht. "Aber Karmann ist mehr als der Fahrzeugbau", betonte Hermann. Er sucht nach einer Zukunft für die Bereiche Cabrio-Dachsysteme, Fahrzeugentwicklung und Werkzeugbau.
Für eine Transvergesellschaft wären knapp 20 Millionen Euro notwendig. In diese sollen die mehr als 1000 gekündigten Mitarbeiter aus dem Bereich Fahrzeugbau wechslen.
Mitarbeiter warten auf Gehaltsverzicht
Karmann hat derzeit noch rund 1500 Beschäftigte, mit denen noch über einen Gehaltsverzicht verhandelt wird. Der Insolvenzverwalter strebt rund 30 Prozent an. In den vergangenen Monaten musste Karmann aufgrund der schlechten Auftragslage über 200 Mitarbeiter abbauen.
(Ag.)