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Nigeria: Explosion in Moschee

Die Stadt Maiduguri im Nordosten Nigerias.
Die Stadt Maiduguri im Nordosten Nigerias.(c) REUTERS (STRINGER)
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Der Norden des Landes wird neuerlich von einer Angriffswelle der Terrormiliz Boko Haram erschüttert.

Maiduguri. Im Nordosten Nigerias wurden am Montag mindestens 20 Menschen bei einer Explosion in einer Moschee getötet und 90 weitere Menschen verletzt. Anrainer hatten im Inneren des Gebetshauses in der Stadt Maiduguri eine Bombe vermutet und versammelten sich vor dem Gebäude, in dem die Bombe später detonierte.

Bereits am Sonntagabend griff die islamistische Terrorgruppe Boko Haram die Hauptstadt des Bundesstaates Borno, Maiduguri, an. Die Region gilt als Hochburg der Terrormiliz. Zwei Selbstmordattentäter sprengten sich dort in der Nähe einer Schule und rissen mindestens 15 Menschen mit in den Tod, schrieb die „Nigerian Times“. Terroristen stürmten die Stadt, konnten jedoch von der Armee zurückgedrängt werden. Zuvor hatten am ersten Weihnachtstag Boko-Haram-Kämpfer das Dorf Kimba im Bundesstaat Borno überfallen und mindestens 14 Menschen getötet. Augenzeugen berichteten, dass die Islamisten wahllos auf Bewohner schossen und alle Häuser des Dorfes niederbrannten. Hunderte Menschen mussten in ein Nachbardorf fliehen.

 

Millionen Menschen heimatlos

Seit 2009 kämpft Boko Haram vor allem in Nigeria für die Errichtung eines Gottesstaates. Die Terrorsekte hat sogar dem sogenannten „Islamischen Staat“ (IS) Gefolgschaft geschworen. Rund 17.000 Menschen wurden durch sie bisher in Nigeria getötet, mehr als 2,6 Millionen sind heimatlos geworden. Der neue Staatschef, Muhammadu Buhari, hatte bei seinem Amtsantritt im März angekündigt, die Terrorsekte zu zerschlagen. Sicherheitsexperten halten dies angesichts der anhaltenden Angriffe und interne Probleme der nigerianischen Streitkräfte für unrealistisch. (poi)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 29.12.2015)