Dauerregen
Ostösterreich unter Wasser
Erstes Aufatmen in den Hochwassergebieten in Nieder- und Oberösterreich: Der Dauerregen ist zu Ende, in Ober- und Niederösterreich hat sich die Lage in der Nacht auf Donnerstag leicht entspannt. Entwarnung kann aber noch nicht gegeben werden. Der Dauerregen führte am in den vergangenen Tagen besonders im Osten Österreich zu Pegelhöchstständen und Überschwemmungen.
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Vor allem am Alpenrand sind erhebliche Wassermengen zusammen gekommen: Spitzenreiter war Lunz am See im Bezirk Scheibbs, wo von Montag bis Donnerstag (jeweils 8 Uhr) 249 Liter pro Quadratmeter gemessen wurden.
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Ybbsitz im Bezirk Amstetten war am Mittwoch von der Außenwelt abgeschnitten. Praktisch der ganze Ort war einen Meter überflutet. Bezirksfeuerwehrsprecher Philipp Gutlederer berichtete, dass einige Bewohner mit den Nerven am Ende seien. In der Nacht auf Donnerstag entspannte sich die Situation, die Bewohner konnten erstmals wieder halbwegs ruhig schlafen.
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In der Wachau waren seit Mittwoch beide Bundesstraßen entlang der Donau gesperrt. Weissenkirchen und Rossatz standen am Donnerstag nach wie vor unter Wasser. Die Feuerwehr kämpfte in Melk mit mehr als 3300 Mann gegen die Wassermassen. Das Militärkommando NÖ entsandte zunächst 200 Soldaten zum Assistenzeinsatz.
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Die "Sorgenkinder" in Oberösterreich sind vor allem die Flüsse Steyr, Enns, Krems und Traun. "In Steyr ist die Situation besorgniserregend", sagte Siegfried Hörschläger, Leiter des Katastrophenschutzes des Landesfeuerwehrkommandos Oberösterreich am Mittwoch. In der Nacht auf Donnerstag sanken die Pegelstände wieder.
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Am Mittwoch musste die Feuerwehr ausrücken, um den Keller des Regierungssitzes in St. Pölten auszupumpen. 520 Feuerwehrleute waren wegen des Hochwassers im Einsatz.
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"Land unter" hieß es auch in St. Leonhard am Forst. Dort ist der Melkfluss über die Ufer getreten, einige Wohnhäuser und die Einsatzzentrale der Feuerwehr wurden überflutet.
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Im Osten Österreichs sind wegen der Wassermassen auch zahlreiche Bahnstrecken teilweise gesperrt. "Die Hauptstrecken sollte es nach derzeitigem Stand nicht treffen", beruhigte ÖBB-Sprecher Thomas Berger.Blick auf die über die Ufer getretene Erlauf in Wieselburg.
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Bundeskanzler Werner Faymann bedankte sich bei den Einsatzkräften für ihre unermüdliche Hilfe in den vom Hochwasser gefährdeten Regionen. "Bereits jetzt sind die Einsatzkräfte und viele Freiwillige im Dauereinsatz und leisten großartige Arbeit. Ich danke jedem Einzelnen herzlich für sein EngagementIm Bild: Die Hochwasser führende Pielach
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Der NÖ Zivilschutzverband verwies darauf, dass konstruktive Mithilfe der Bevölkerung bei der Bewältigung des Hochwassers gefragt sei. Den Anordnungen der Einsatzkräfte sei rasch Folge zu leisten.
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Bei einer Evakuierung sollten Medikamente, persönliche Bedarfsartikel sowie Dokumente und Versicherungspolizzen mitgenommen werden.
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Am Donnerstag wird entschieden, ob das heurige Wiener Donauinselfest zum ersten Mal in seiner 26-jährigen Geschichte abgesagt werden muss. Die nahe am Ufer geplante FM4-Bühne musste verlegt werden, die Aufbauarbeiten laufen sonst unvermindert weiter.Im Bild: Die Ö3-Bühne
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Aber "solange die Treppelwege überflutet sind, können wir das Donauinselfest nicht abhalten", machte eine Sprecherin der Organisatoren klar. Das Sicherheitsrisiko sei einfach zu groß.Im Bild: Ein überfluteter Treppelweg bei einem Bootsverleih
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In den nächsten Tagen ist weiterhin mit Niederschlägen in Form von kräftigen Schauern und Gewittern zu rechnen.
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Der Pegel der Donau sank in der Nacht auf Donnerstag etwas.Im Bild: Das geöffnete Wehr bei der Einmündung der Donau ins Entlastungsgerinne bei Langenzersdorf
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Auch Nebenflüsse der Donau stiegen am Mittwoch noch stark an. Bei der Ybbs und der Erlauf waren es nach Feuerwehrangaben vom Mittwoch etwa zehn Zentimeter pro Stunde. Am Donnerstag entspannte sich die Situation auch hier.Zwei Schaulustige beobachten die Hochwasser führende Erlauf
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Die Niederschläge führten zu zahlreichen Straßensperren. "Im Minutentakt kommen neue Meldungen herein", schildert Dieter Campregher vom der ÖAMTC-Informationszentrale am Mittwoch. Bei Gebäuden und an Flüssen wurden Sandsäcke als mobiler Hochwasserschutz verlegt, Keller und Garagen mussten ausgepumpt werden.
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Den meisten Niederschlag gab es laut dem Ubimet-Wetterdienst in Lunz am See, hier fielen seit Dienstagfrüh 249 l/m² an Regen. Auch in Oberndorf bei Wieselburg sind mehr als 200 l/m² Regen gefallen. Mit 208 l/m² wurde hier sogar ein neuer Niederschlagsrekord für den Juni aufgestellt. Im Bild: Die Rollfähre über die Donau bei Korneuburg musste den Betrieb einstellen
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Zehn Zentimeter beträgt der durchschnittliche Pegelstand des Wienflusses. "Wir haben derzeit bei der Kennedybrücke 1,35 Meter und bei der Nevillebrücke 1,83 Meter", sagte ein Sprecher der Hochwasserzentrale der Magistratsabteilung 45 am Mittwoch.
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Aufgrund der starken Regenfälle und der weiteren Wettervorhersagen ist das Bundesheer in Alarmbereitschaft. Bis zu 10.000 Soldaten würden für den Katastrophenschutz bereit stehen, sagte Bundeskanzler Werner Faymann.Im Bild: Im Prater steht das Wasser
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