Trotz des herbstlichen Wetters strömten Medienmacher und Manager zu den Empfängen von Christoph Leitl und Roland Berger.
Zwei traditionelle Sommerfeste im Starkregen– aber doch nicht ins Wasser gefallen: Montagabend lud der Präsident der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), Christoph Leitl, zum alljährlichen Medienempfang auf die Gloriette. Vom schlechten Wetter, bei dem man nicht einmal seinen Hund vor die Türe schicken würde, nicht abhalten ließen sich unter vielen anderen „Format“-Herausgeber Peter Pelinka, „Furche“-Chefredakteur Claus Reitan, der stellvertretende „Kronen Zeitung“-Chefredakteur Georg Wailand und „Presse“-Geschäftsführer Reinhold Gmeinbauer sowie eine ganze ORF-Delegation von ORF1-Infochefin Waltraud Langer bis „ZIB“-Wirtschaftsexpertin Eva Pfisterer und Washington-Korrespondent Hanno Settele. Die WKÖ selbst war hochkarätig unter anderem mit der Vizepräsidentin Renate Römer, der Generalsekretärin Anna Maria Hochhauser, den Vizepräsidenten sowie mehreren Sektionschefs präsent.
Empowerment würde man die Begrüßungsrede des Gastgebers nennen, hätte er sie vor einer Belegschaft gehalten. Jeder der behauptet, er wisse, wie lange die Krise dauern werde, sei ein Scharlatan. „Wir spekulieren nicht, sondern wir arbeiten“, postulierte Leitl und verwies auf Positives: So habe man im Tourismus mit dem umsatzmäßig besten und nächtigungsmäßig zweitbesten Ergebnis der Geschichte wahrlich keinen Grund zu klagen, und die Zahl der Unternehmensneugründungen quer durch alle Branchen übersteige jene der Pleiten um ein Vielfaches. Anreize zur vermehrten Aufnahme junger Arbeitnehmer habe man durch die Streichung der Lohnnebenkosten für den ersten jungen Mitarbeiter – durchgesetzt vergangene Woche bei Minister Hundstorfer – geschaffen.
In den informellen Gesprächen waren Restrukturierungsinterna der Medien – von Print bis ORF – Thema Nr.1. Über Freizeitgestaltung hingegen tauschten sich Renate Römer und „Presse“-Bildungsexperte Erich Witzmann aus: Da war zu erfahren, dass die WKÖ-Vizepräsidentin die Wochenenden fast bei jedem Wetter auf dem jüngst aufgestockten Deck ihres Katamarans am Neusiedler See verbringt und Witzmann seit geraumer Zeit sein Geld verschleudert – nein, nicht in Bars oder im Casino, sondern in seiner Eigenschaft als Hobby-Imker, was die Anschaffung teurer Geräte für seine Völker erfordert, die die Einnahmen durch 120 kg Honigernte derzeit noch bei Weitem übersteigt.
Der verregnete Abend war allerdings nicht nur gesellschaftliches Highlight für die heimische Medienszene: Mehr als 350 Gäste – vornehmlich Geschäftsführer und Vorstände – trotzten den frühherbstlichen Temperaturen und strömten ins Palais Liechtenstein zum traditionellen Summernight Symposium von Roland Berger. Unter den Anwesenden waren auch ÖIAG-Vorstand Peter Michaelis, Manfred Bene, Vorsitzender des Aufsichtsrates bei Bene Büromöbel, sowie die Personalberatungsexperten Gabriele Lehner (Lehner Executive Partners), Peter W. Eblinger (Eblinger&Partner) und Günther Tengel (Jenewein & Partner) zu finden.
Die Granden der heimischen Wirtschaft mussten sich das Buffet allerdings hart verdienen: Wie es zu einem Symposium gehört, fütterte Firmengründer Roland Berger intensiv mit geistiger Nahrung. Berger diskutierte weitaus länger als die avisierten eineinhalb Stunden mit Finanzminister Josef Pröll, Franz Josef Radermacher vom Club of Rome sowie AVL-List-Chef Helmut O. List zum Thema „Green Industries – Wachstumstreiber der Zukunft“, dem Motto des Abends (einen inhaltlichen Bericht zum Symposium lesen Sie am Wochenende in den „Karrieren“).
("Die Presse", Print-Ausgabe, 24.06.2009)