Marktbericht. Am frühen Montagnachmittag weiter deutliche Abschläge am Wiener Parkett angesichts des Konflikts zwischen Saudi-Arabien und dem Iran. Euro-Börsen verlieren zum Teil mehr als drei Prozent.
Wien. Die Wiener Börse hat sich heute, Montag, am Nachmittag bei gestiegenem Volumen mit sehr schwacher Tendenz gezeigt. Der ATX wurde um 14.15 Uhr mit 2.333,74 Punkten errechnet, das ist ein Minus von 63,2 Punkten bzw. 2,64 Prozent. Zum Vergleich: DAX/Frankfurt -4,04 Prozent, FTSE/London -2,32 Prozent und CAC-40/Paris -2,59 Prozent.
Der ATX stand auch am frühen Nachmittag unter Abgabedruck und zeigte sich damit im Einklang mit dem internationalen Börsenumfeld. Nach sehr schwachen Asien-Vorgaben deuten nun die US-Futures auf eine klar negative Wall Street-Eröffnung hin.
Für Druck an den Märkten sorgten vor allem enttäuschende Konjunkturdaten aus China. Aber auch der eskalierende Streit zwischen Saudi-Arabien und dem Iran trübt die Stimmung zum Jahresauftakt merklich ein.
In China ist die Industrieproduktion im Dezember den fünften Monat in Folge zurückgegangen und hat damit die Furcht vor einer immer stärker abflauenden Konjunktur der weltweit zweitgrößten Volkswirtschaft genährt. Hingegen ist die Stimmung in den Industrieunternehmen der Eurozone im Dezember auf den höchsten Stand seit gut eineinhalb Jahren gestiegen.
In Deutschland hat sich die Jahresinflationsrate im Dezember überraschend abgeschwächt und ist deutlich hinter den Erwartungen zurückgeblieben, wurde am frühen Nachmittag bekannt. Im weiteren Tagesverlauf dürften insbesondere die US-Einkaufsmanagerindizes für das Verarbeitende Gewerbe interessieren.
Die Abschläge in Wien erfolgten weiterhin auf breiter Front. Zu den größeren Verlierern zählten bis dato Zumtobel mit einem Abschlag von 4,60 Prozent auf 22,21 Euro. Palfinger erging es mit einem Minus von 4,31 Prozent auf 25,31 Euro nicht viel besser.
Unter den Indexschwergewichten rutschten Andritz 3,55 Prozent ins Minus auf 43,45 Euro und voestalpine gaben 4,15 Prozent auf 27,17 Euro nach. OMV verloren trotz steigender Rohölnotierungen 3,94 Prozent auf 25,10 Euro. Immofinanz schwächten sich um 2,43 Prozent auf 2,05 Euro ab.
Bei den heimischen Bankwerten mussten Erste Group ein Minus von 2,91 Prozent auf 28,07 Euro verdauen und Raiffeisen-Papiere zeigten sich 2,43 Prozent tiefer bei 13,28 Euro.
Das bisherige Tageshoch verzeichnete der ATX im Eröffnungshandel bei 2.396,94 Punkten, das Tagestief lag um etwa 13.15 Uhr bei 2.328,74 Einheiten. Der ATX Prime notierte mit einem Minus von 2,56 Prozent bei 1.196,78 Zählern. Um 14.15 Uhr notierten im prime market fünf Titel mit höheren Kursen, 34 mit tieferen und keiner unverändert. In zwei Aktien kam es bisher zu keiner Kursbildung.
Bis dato wurden im prime market 3.632.467 (Vortag: 2.310.681) Stück Aktien umgesetzt (Einfachzählung) mit einem Kurswert von rund 93,682 (58,88) Mio. Euro (Doppelzählung). Umsatzstärkstes Papier ist bisher Andritz mit 149.876 gehandelten Aktien, was einem Kurswert von rund 13,01 Mio. Euro entspricht.