Sozialministerium: OECD-Pensions-Studie "nicht nachvollziehbar"

ARCHIV - Aeltere Menschen gehen  am 8. Mai 2008 im Garten des Schlosses in Heidelberg spazieren.Trotz
ARCHIV - Aeltere Menschen gehen am 8. Mai 2008 im Garten des Schlosses in Heidelberg spazieren.Trotz(c) AP (Daniel Roland)
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In der Studie der OECD, wonach Österreich die höchsten Pensionen zahlt, seien "Äpfel mit Birnen vergleichen" worden. Das Sozialministerium kritisiert, dass die OECD völlig falsche Behauptungen aufstelle.

Die Studie der OECD zu den Pensionssystemen ist für Experten des Sozialministeriums "nicht nachvollziehbar". Demnach gibt Österreich innerhalb der 30 OECD-Länder nach Italien den größten Anteil seiner Wirtschaftsleistung für die Pensionen aus. "Hier werden eindeutig Äpfel mit Birnen verglichen", hagelte es in einer Aussendung des Ministeriums am Mittwoch Kritik an der Studie. Bei Ländern mit einer starken ersten Pensionssäule wie Österreich würde der Eindruck vermittelt, sie würden das Geld für Pensionen aus dem Fenster werfen.

Pensionen deutlich niedriger

So gehe die OECD bei ihren Berechnungen der Ersatzrate offensichtlich von einem gesetzlich möglichen Maximalfall aus, der praktisch so gut wie nie eintritt. So liege die Ersatzrate, also die Altersrente im Verhältnis zum letzten Arbeitsgehalt, nicht bei 80 Prozent - "wie von der OECD behauptet" - sondern nur bei 60,3 Prozent. Auch die "Behauptung", dass der Altersgruppe von Pensionisten zwischen 66 und 75 Jahren mehr in der Geldbörse bleibt als dem heimischen Durchschnittverdiener sei "Humbug", so die Experten.

Methodik nicht offengelegt

Tatsache sei, dass die OECD ihre Berechnungsgrundlagen nicht offenlege, hieß es weiter aus dem Sozialressort von Minister Rudolf Hundstorfer (S). Sie wende ihr eigenes Modell an und hantiere "mit falschen Zahlen und falschen Vergleichen". Die OECD berechnet weiters, dass durch die krisenbedingten Verluste der privaten Pensionskassen im Durchschnitt der OECD-Staaten den Rentnern 5,4 Billionen Dollar - also rund das 15-fache des österreichischen BIP - verloren gegangen sind. "Dieses Beispiel bestätigt eindrucksvoll, dass das Umlageverfahren deutlich krisenfester ist als das Kapitaldeckungsverfahren, das im Falle einer globalen Wirtschaftskrise zwangsläufig zu großen Verlusten führen muss", so das Ministerium.

Private Pflichtversicherungen fehlen

Weiters wurde in der Aussendung als Beispiel für die "unlautere Vorgangsweise der OECD" angeführt, dass bei den Berechnungen zwar die Ausgaben für das staatliche Pensionssystem herangezogen wurden, nicht aber die Ausgaben für in vielen Staaten verpflichtende private Versicherungen. "Dadurch erwecken Staaten mit einer starken ersten Säule den Eindruck, sie würden viel mehr Geld in das Pensionssystem pumpen, als Staaten mit einer starken zweiten bzw. dritten Säule. Das ist natürlich irreführend, denn es kann durchaus sein, dass die Ausgaben ähnlich hoch sind, nur wurden sie in dem einen Land nicht zur Gänze erfasst in dem anderen schon."

(APA)

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