Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt

Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.

Sexualisiert und brutal: Britische Kinder als Problemfall

(c) Bilderbox
  • Drucken

Das Schulinspektorat in Großbritannien verzeichnet einen Anstieg der Schulverweise. Ein Grund ist sexuelle Aggressivität der Kinder. Schon Vierjährige greifen andere Kinder unsittlich an.

Ein Bericht des Schulinspektorats hat in Großbritannien Wellen geschlagen. Immer mehr Kinder entwickeln schon im Kindergartenalter aggressives Verhalten, heißt es darin. Und die Rede ist nicht von Streitereien oder kleinen Raufereien, sondern von grob gewalttätigem Verhalten. Deshalb ist die Zahl der Schulausschlüsse in den Volksschulen innerhalb von drei Jahren um zehn Prozent gestiegen.

Sexuelle Belästigung durch Fünfjährige

Besonders schockierend ist, dass auch sexuelle Belästigung bei den kleinen Kindern schon eine Rolle spielt. So gab es sogar Fälle, in denen Kinder unter fünf Jahren zuhause bleiben mussten, weil sie andere Kinder sexuell belästigten.

Das Schulinspektorat untersuchte die Zustände an 70 Schulen. Es zeigte sich, dass jede fünfte Schule schon kleine Kinder ausschließen musste. Insgesamt sind allein im Jahr 2007 4000 Kinder im Vorschulalter von ihrer Institution verwiesen worden. Hauptgrund war gewalttätiges Verhalten. Aber es ist die sexuelle Belästigung kleiner Kinder, die die Briten besonders erschreckt.

Sozial benachteiligte Kinder

Tim Benson ist Direktor einer Volksschule in London. Er beobachtet, dass anti-soziales Verhalten bei Kindern immer früher beginnt. Den Schulen könne dafür aber nicht die Schuld gegeben werden: "Die Kinder, die sich so verhalten, haben eine ganze Reihe von Problemen, sie werden oft selbst missbraucht oder haben andere Komplikationen in ihrem Leben," zitiert das Ö1-Morgenjournal. Die Eltern seien mit der Erziehung überfordert.

Die Journalistin Polly Curtis von der Tageszeitung Guardian verfolgt seit Jahren die Entwicklung von Kindern in Großbritannien: "Es häufen sich Fälle, in denen Kinder andere Kinder unsittlich angreifen und in einer sexualisierten Sprache sprechen." Betroffen sind Schulen in sozial benachteiligten Gegenden, sagt die Journalistin.

"Die Schulausschlüsse könnten dezimiert werden, wenn die Kinder die richtige Hilfe bekämen. Aber viele Schulen haben nicht die Kapazitäten, um an den psychischen Problemen der Kinder zu arbeiten," kritisiert Polly Curtis. Das Schulinspektorat ersucht die Regierung nun dringend um Hilfe. 

Ausgeschlossene Schüler müssen ab dem 6. Tag an einem alternativen Ort, am besten zu Hause unterrichtet werden. Dafür hat die Schule zu sorgen. Eine weitere Studie des Schulinspektorats zeigt aber, dass ein Drittel der untersuchten Schulen dieser Verpflichtung nicht nachkommt.

(Red.)