Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt

Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.

Sexuelle Angriffe in Salzburg: Weitere Anzeigen

Themenbild
ThemenbildImago
  • Drucken

Am Sonntag wurden weitere Vorfälle bekannt. Laut Polizeigewerkschafter, Hermann Greylinger, ist Österreich besser gerüstet als Deutschland.

Salzburg/Wien. Nach den auch in Salzburg bekannt gewordenen sexuellen Angriffen in der Silvesternacht ist dort die Zahl der Anzeigen auf acht gestiegen – nachdem am Sonntag zwei weitere Frauen Anzeige erstattet haben. Eine 26-Jährige gab an, mit Freunden auf dem Residenzplatz den Jahreswechsel gefeiert zu haben, als sich etwa fünf südländisch aussehende Männer ihr genähert hätten. Einer davon hätte sie an Gesäß und Brust begrapscht. Eine gleichaltrige Freundin der Frau gab an, dass sich ihnen schon kurz nach Mitternacht ein Unbekannter genähert hatte, der vor den Frauen dann mit seinem Geschlechtsteil gespielt habe.

Von diesen acht Fällen wurden laut Polizei bereits drei aufgeklärt. Dabei gelten ein 23-jähriger Syrer, ein 24-jähriger und ein 28-jähriger Afghane als tatverdächtig. Während in Deutschland der Ruf nach harten Konsequenzen und mehr Videoüberwachung im öffentlichen Raum laut wird (siehe Bericht oben), erklärt Hermann Greylinger, Vorsitzender der Polizeigewerkschaft: Österreich habe viele deutsche Forderungen bereits umgesetzt. „In Wien sind beispielsweise der Stephansplatz, Schwedenplatz und Karlsplatz bereits videoüberwacht – samt einer direkten Verbindung in die Funkleitstelle. Das trifft auch auf die öffentlichen Verkehrsmittel zu“, so Greylinger, der einschränkt: „Eine flächendeckende Überwachung ist nicht möglich. Man kann daher nie ausschließen, dass Köln bei uns passiert.“

Dass der Gewerkschafter überraschend nicht reflexartig mehr Personal fordert, liegt an einer Vereinbarung mit dem Innenministerium. Nachdem die Gewerkschaft Protestmaßnahmen angekündigt hat, „weil an einem Standort wie Wien nicht einmal der normale Regeldienst ohne Überstunden zu machen ist“, wie Greylinger erklärt, wurde die Aufnahme von 1000 neuen Polizeischülern heuer vorgezogen. Gleichzeitig wurde vereinbart, dass danach jedes Jahr 1000 Polizeischüler neu aufgenommen werden. (red.)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 11.01.2016)