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Crash: Chinas Börsen rutschen weiter ab

Der Crash in China hat sich auch am Montag fortgesetzt.
Der Crash in China hat sich auch am Montag fortgesetzt.(c) APA/AFP/STR (STR)
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Nach einer Erholung am Freitag ging es für Chinas Börsen am Montag wieder abwärts. Auch Südafrika hat inzwischen Währungsprobleme. Europa blieb diesmal unbeeindruckt.

Peking/Wien. Auch am Montag kannten die chinesischen Börsen eigentlich nur eine Richtung: nach unten. Die Erholung vom Freitag schien vergessen. Die Sorgen um den Zustand der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt, die Schwäche der chinesischen Währung und wachsende Probleme der börsenotierten Unternehmen ließen viele Anleger in Panik verfallen, berichteten Analysten.

Der Shanghai Composite Index sackte um 5,33 Prozent ab, während der Shenzhen Component Index sogar 6,12 Prozent verlor. Der ChiNext Index für Technologiewerte, der dem amerikanischen Nasdaq ähnelt, lag mit 6,34 Prozent im Minus. Trotz massiver staatlicher Interventionen dauert der schwere Kursrückgang seit vergangener Woche, als der Index in Shanghai in fünf Tagen schon fast zehn Prozent verlor, an.

Unter den Einzelwerten in China fielen zahlreiche Aktien um mehr als zehn Prozent und wurden dann vom Handel ausgesetzt. Vor allem Papiere von Brokerhäusern wie etwa Industrial Securities waren betroffen.

Ganz Asien wurde von der chinesischen Talfahrt mitgerissen. Der Hang-Seng-Index in Hongkong verlor 2,76 Prozent. Einzig die Börse in Japan verzeichnete keine Verluste – allerdings weil sie am Montag wegen eines Feiertages geschlossen blieb. Auch an den Rohstoffmärkten ging es abwärts. Die richtungsweisende Rohölsorte Brent aus der Nordsee nahm Kurs auf ein erneutes Zwölf-Jahres-Tief und rutschte um bis zu 3,3 Prozent auf 32,44 Dollar (29,87 Euro) je Barrel (159 Liter) ab. Das wichtige Industriemetall Kupfer notierte 1,5 Prozent schwächer bei 4416 Dollar je Tonne.

 

Rand auf Rekordtief

Asien war aber keinesfalls die einzige Problemzone am Montag. Südafrikas Währung, der Rand, ist auf ein neues Rekordtief gegenüber dem US-Dollar gefallen. Am Montagmorgen sackte der Wert der Währung um neun Prozent ab, das war der tiefste Fall seit Oktober 2008. Ein Dollar war zwischenzeitlich 17,91 Rand (1,03 Euro) wert. Im Laufe des Handels erholte sich der Rand etwas.

Die südafrikanische Währung hatte im vergangenen Jahr rund ein Viertel ihres Wertes eingebüßt. Grund sind die schlechten Konjunkturdaten des Landes. Verstärkt wurde die Entwicklung im Dezember, als Präsident Jacob Zuma den erfahrenen Finanzminister entließ und durch einen unerfahrenen Vertrauten ersetzte. Ihn musste er vier Tage später durch einen angesehenen Alt-Finanzminister ersetzen. Seit ein paar Tagen kommen die Sorgen um das Wachstum in China hinzu.

 

Europa bleibt stabil

Die Probleme in Afrika und Asien führten diesmal aber nicht zu einem sofortigen Abverkauf auch in Europa. Hier zeigten sich die Börsen am Vormittag stabilisiert. Nach dem schwärzesten Jahresauftakt der Geschichte haben einige Anleger die Gelegenheit zum Wiedereinstieg in die europäischen Börsen genutzt.
DAX und Euro Stoxx 50 legten am Montag jeweils 0,7 Prozent auf 9920 und 3055 Punkte zu. In der Vorwoche war Ersterer um 8,3 und Letzterer um 7,2 Prozent abgerutscht.

An der Wiener Börse notierte der Leitindex ATX Montagmittag um rund 1,2 Prozent tiefer. Unterstützung erhielten die Aktienmärkte von den erneuten Kursverlusten des Euro.

Dieser verbilligte sich um rund einen halben US-Cent auf 1,0887 Dollar. Damit werden Waren europäischer Firmen auf dem Weltmarkt wettbewerbsfähiger. Eine groß angelegte Erholung der Aktienbörsen sei aber nicht zu erwarten, warnte Marktanalyst Heino Ruland vom Brokerhaus ICF. (ag.)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 12.01.2016)