Schnellauswahl

Köln-Übergriffe: Angreifer haben sich verabredet

Am Kölner Hauptbahnhof belästigten dutzende Männer feiernde Frauen.
Am Kölner Hauptbahnhof belästigten dutzende Männer feiernde Frauen.APA/AFP/PATRIK STOLLARZ
  • Drucken

Die Täter seien auch von außerhalb Kölns angereist, sagt das deutsche Bundeskriminalamt. Die Strafanzeigen der Silvesternacht sind auf 553 gestiegen.

Die Gewalttäter von Köln haben sich laut deutschem Bundeskriminalamt (BKA) zu den Straftaten zu Silvester verabredet. Es habe sich aber nicht um organisierte Kriminalität gehandelt, sagte BKA-Chef Holger Münch. Bei organisierter Kriminalität "reden wir von geschlossenen Gruppierungen, von hierarchischen Gruppierungen, das sehen wir hier nicht". Es sei aber klar, dass die Täter sich verabredeten.

Die Urheber der sexuellen Übergriffe auf Frauen in Köln und anderen Städten seien "aus dem überregionalen Raum" gekommen, sagte Münch am Dienstag. "In der Regel läuft so etwas über Verabredungen in sozialen Netzwerken." Nun müsse genau ermittelt werden, wo und wie diese Verabredungen stattgefunden hätten, um solchen Übergriffen künftig vorzubeugen.

Münch fügte hinzu, es sei auch bekannt, dass für solche Übergriffe gezielt dichte Menschenmengen genutzt würden. Das sei in der Silvesternacht in mehreren Städten der Fall gewesen. Es gebe aber auch schon Meldungen zu ähnlichen Taten aus Schweden, aus Österreich oder aus der Schweiz.

Hinweise auf 23 namentlich bekannte Personen

In der Silvesternacht waren in Köln eine Vielzahl von Frauen Opfer massiver sexueller Übergriffe geworden. Außerdem gab es Diebstähle und Raubstraftaten. Die Zahl der Strafanzeigen und der namentlich bekannten Verdächtigen sind weiter gestiegen. Mittlerweile bearbeite die Ermittlungsgruppe "Neujahr" 553 Anzeigen, wie die Kölner Polizei am Montagabend mitteilte. In etwa 45 Prozent der Fälle werde unter anderem wegen Sexualdelikten ermittelt.

Bisher lägen der NRW-Polizei Hinweise auf 23 namentlich bekannte Personen vor, die für Straftaten am und im Hauptbahnhof verantwortlich sein könnten. Mit Hilfe von Videoaufnahmen und Zeugenaussagen werde geklärt, ob ihnen konkrete Straftaten zugeordnet werden könnten. Die Bundespolizei hatte weitere 32 Verdächtige ermittelt, überwiegend Asylbewerber.

(APA/Reuters)