Veranstalter vertrauen auf günstige Prognosen, einige Einschränkungen wird es dennoch geben. „Freitagvormittag müssen wir alles so weit hinbekommen, dass die Behörden uns grünes Licht geben“, meint Organisator Kostelecky.
WIEN. Es wird feucht, aber es findet statt – das Donauinselfest soll heute, Freitag, planmäßig um 18 Uhr starten. Zwar waren am Donnerstagnachmittag noch große Teile der Treppelwege unter Wasser, doch die Veranstalter vertrauen auf die Prognose, dass der Wasserstand bis zum Festivalstart so weit zurückgehen wird, dass die Wege, die Einsatzfahrzeugen die Zufahrt ermöglichen, frei sind. Damit konnte zunächst verhindert werden, dass erstmals in der 26-jährigen Geschichte von Europas größtem Freiluftspektakel ein ganzer Tag abgesagt werden muss.
Einige Einschränkungen
Doch einige Einschränkungen wird es trotz allem geben. So wird die SJ-Bühne, die noch immer unter Wasser steht, vermutlich erst am Samstag den Betrieb aufnehmen, auch die Jetski-Veranstaltungen fallen wegen des Hochwassers aus. Und Organisator Sascha Kostelecky plagen auch noch einige andere Bereiche – vor allem der Boden vor der Ö3-Bühne gleicht einem Acker, aber auch bei den anderen Bühnen gibt es noch viel zu tun. Die FM4-Bühne wurde an einen höheren Standort verlegt, der Hang, auf dem sonst das Publikum vor der Bühne steht, wird gesperrt. „Freitagvormittag müssen wir alles so weit hinbekommen, dass die Behörden uns grünes Licht geben“, meint Kostelecky, „alles, was wir bis dahin nicht geschafft haben, werden wir nicht bespielen können.“
Ein Problem: Die Treppelwege können erst ab einem Pegelstand von unter 6,50 Meter geräumt werden – was vermutlich aber erst Freitag der Fall sein wird. Für die Mitarbeiter der MA 45 (Wiener Gewässer) steht also ein Gewaltakt an, um das Fest noch durchzuboxen. Damit es sich ausgeht, rücken zusätzlich Arbeiter der MA 48 (Straßenreinigung) an. Erschwert werden die Aufräumarbeiten durch den immer wieder einsetzenden Regen. „Aber unsere Meteorologen haben mir versichert, dass keine extremen Regenmengen mehr kommen“, so Organisator Kostelecky, „und es ist auch mit keinen extremen Sturmböen zu rechnen“.
Im Vordergrund steht bei allen Überlegungen die Sicherheit der Zuschauer. So wird der Bereich vor der Neuen Donau mit Absperrungen gesichert, zusätzlich wird es auch mehr Sicherheitspersonal geben, das bei den Wegen am Wasser stationiert ist. Und wenn die Situation während des Fests schlimmer werden sollte? „Wenn es besonders stark regnet oder Sturmböen gibt, haben wir einen eigenen Evakuierungsplan.“ Über LED-Anzeigen wird das Publikum rechtzeitig informiert.
Die offizielle Eröffnung durch Bürgermeister Michael Häupl soll jedenfalls planmäßig um 18 Uhr stattfinden, so die Veranstalter. Die Highlights des diesjährigen Fests.
Thomas D. und Russkaja
Die musikalischen Mainstream-Höhepunkte des Freitags finden mit Manfred Mann's Earth Band (19 Uhr), Thomas D. (21.15 Uhr) und dem italienischen Songwriter Antonello Venditti (22.45 Uhr) auf der Hauptbühne statt. Die Auftritte der österreichischen Acts Velojet (20 Uhr) und Clara Luzia (21.30 Uhr) auf der SJ-Bühne und Zweitfrau (20.20 Uhr) auf der Ö3-Bühne sind angesichts der derzeitigen Wettersituation eher noch Wackelkandidaten. Dafür dürften Russkaja (21.30 Uhr) im Ö1-Zelt weitgehend trocken ablaufen.
Für das Alternative-Publikum dürfte vor allem der Samstag interessant werden. Die Sterne (18.35 Uhr), Naked Lunch (20.20 Uhr) und The Notwist (22.10 Uhr) spielen auf der FM4-Bühne, auf der Ö3-Bühne treten um 21.40 Snow Patrol auf. Oldie-Freunde können sich mit der Goombay Dance Band (20 Uhr) auf der UPC-Bühne an „Sun of Jamaica“ erinnern, auf der Hauptbühne gibt es mit Reinhold Bilgeri (20 Uhr) alten, mit Christina Stürmer (21.15 Uhr) jungen österreichischen Pop.
Österreichisch wird auch der Sonntag mit Wolfgang Ambros (20.35 Uhr) auf der Hauptbühne und der EAV (21.10) auf der Ö3-Bühne. Auf Letzterer sind um 22.45 mit Silbermond Stammgäste des Festivals vertreten. Freunden härterer Klänge bleibt der Gang zur FM4-Bühne, wo ab 22.05 Uhr die Melvins ihren Auftritt haben.
Zum Abschluss die wohl passendsten Bandnamen am heurigen Fest: „Hund' im Reg'n“ (Fr. 18 Uhr, Arbeitswelt-Insel) und „Regentag“ (Sa. 14 Uhr, SJ-Bühne).
("Die Presse", Print-Ausgabe, 26.06.2009)