UBS holt sich 2,46 Milliarden Euro frisches Kapital

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Swiss bank UBS(c) AP (Alessandro Della Bella)
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Die Schweizer Großbank erwartet für das zweite Quartal erneut einen Verlust und holt sich 2,46 Milliarden Euro vom Kapitalmarkt. Sie gibt 293 Millionen Aktien zum Kurs von 13 Franken (rund 8,50 Euro) aus.

Die mit Verlusten kämpfende Schweizer Großbank UBS bekommt 3,8 Milliarden Franken (2,46 Mrd. Euro) an neuem Kapital. Die Kapitalerhöhung erfolgt durch die Platzierung von mehr als 293 Millionen Aktien aus dem vorhandenen genehmigten Kapital. Der Platzierungspreis der Aktie betrag 13 Franken. Der UBS-Schlusskurs der Schweizer Börse vom Donnerstag belief sich auf 13,97 Franken.

Die Schweizer Regierung ist über eine Pflichtwandelanleihe mit rund zehn Prozent an der Bank beteiligt. Sie wird diese Anleihe noch bis mindestens 4. August halten, an diesem Tag soll auch das Ergebnis des zweiten Quartals veröffentlicht werden.

Wieder Quartalsverlust erwartet

Aus dem Schneider ist die Bank, die 2008 rund 21 Mrd. Franken Verlust geschrieben hatte, aber noch nicht. Auch fürs laufende zweite Quartal sei aufgrund von Wertberichtigungen auf eigene Verbindlichkeiten und Restrukturierungskosten mit einem Verlust zu rechnen, kündigte UBS am Freitag an.

Nach den vorläufigen Ergebnissen für die Monate April und Mai und dem geschätzten Ergebnis für Juni rechnet die UBS für das zweite Quartal erneut mit einem Nettoverlust. Der Großteil sei auf Wertberichtigungen eigener Verbindlichkeiten sowie auf bereits angekündigte Restrukturierungskosten zurückzuführen. Im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres verlor die UBS rund 1,3 Milliarden Euro. 

Voraussetzung für Staatsausstieg

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) begrüßte die Kapitalerhöhung. Sie hatte diesen Schritt als Voraussetzung für einen Ausstieg des Staates wiederholt gefordert. Es gilt als offenes Geheimnis, dass UBS-Chef Oswald Grübel die Staatsbeteiligung von knapp zehn Prozent lieber früher als später loswerden oder sogar zurückkaufen würde, um wieder ganz auf eigenen Füßen zu stehen.

Bankenaufsicht und SNB fordern von den Großbanken angesichts der unsicheren Wirtschaftslage generell mehr Eigenkapital. Konkurrent Credit Suisse, der das erste Quartal mit Gewinn abgeschlossen hat, steht in dieser Hinsicht besser da. UBS muss einigermaßen gleichziehen, um gerade im Vermögensverwaltungsgeschäft bestehen zu können, wo die reichen Kunden Sicherheit mit Eigenkapitalstärke gleichsetzen.

(Ag./Red.)

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