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Bad Ischler Lokal: Kellnerin erstattete Anzeige

Nachricht des Lokals auf Twitter
Screenshot: Nachricht des Lokals auf TwitterScreenshot
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Nach 13 Tagen ging die Kellnerin eines Bad Ischler Lokals, das Asylwerbern den Zutritt verweigert, zur Polizei und berichtete von unsittlichen Berührungen.

Das Thema Silvesterattacken sorgt auch in der Stadt Bad Ischl im oberösterreichischen Salzkammergut für Diskussionen und nunmehr auch Anzeigen. Anlass sind angebliche einschlägige Vorfälle in dem Lokal "Charly's" in den vergangenen Wochen.

Ins Rollen kam die Affäre durch die Ankündigung der Betreiberin des Lokals zu Beginn der Woche im Internet, ihre Bar sei "jetzt wieder asylantenfrei" ("Die Presse" berichtete). Sie begründete ihr Lokalverbot damit, dass junge Mädchen sich zuletzt kaum noch ins Lokal getraut hätten, weil sie dort von Flüchtlingen belästigt und unsittlich berührt worden seien. Nun habe man wieder einen Eintritt von zwei Euro eingeführt, um das Problem zu lösen. Konkrete Angaben über Täter fehlten aber vorerst. Zudem lagen der Polizei keine Anzeigen vor.

Aushilfskellnerin erstattet Anzeige

Das änderte sich erst am Mittwoch. Eine Aushilfskellnerin des Lokals ging 13 Tage, nachdem sie in der Silvesternacht von einem oder eventuell mehrere Unbekannten unsittlich belästigt und in ihrer sexuellen Integrität beeinträchtigt worden sei, zur Polizei, wie diese am Donnerstag bekannt gab. Weiters habe sie den Beamten mitgeteilt, dass sie in dem sehr gut besuchten Lokal beim Passieren einer Gruppe von vier Männern insgesamt drei Mal unsittlich berührt worden sei. Laut ihrer Aussage sollen die Täter ausländischer Herkunft sein.

Nach der - inzwischen gelöschten und durch den Hinweis "Ausländer nach wie vor herzlich willkommen nur handgreifliche Flüchtlinge (Asylwerber) unerwünscht!" ersetzten - Ankündigung der Betreiberin im Internet erntete diese dort viel Kritik, aber auch Zustimmung für ihre Aktion. Letztere kam laut der Tageszeitung "Kurier" unter anderem vom Wiener FPÖ-Vizebürgermeister Johann Gudenus, der das Lokalverbot als "guten notwendigen Schritt" bezeichnete und ein "Österreich-Verbot für diese illegalen Zuwanderer" verlangte. Das brachte diesen und die Wirtin ins Visier des Datenforensikers Uwe Sailer. Er bereite gegen beide eine Sachverhaltsdarstellung wegen des Verdachtes der Verhetzung an die Staatsanwaltschaft vor, berichtete die Zeitung in ihrer Donnerstag-Ausgabe.

(APA)