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Islamistischer Terror: "Ein dritter Weltkrieg mit anderen Mitteln"

APA/AFP/SAUL LOEB
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Jordaniens König Abdullah II. warnt in einem Interview, Terroristen würden den Flüchtlingststrom zur Einschleusung "trojanischer Pferde" nützen.

Jordaniens König Abdullah II. hält den "Islamischen Staat" (IS) in Syrien und dem Irak militärisch für "recht schnell besiegbar", wie er während seiner USA-Reise in einem Interview mit CNN erklärte. Das ist die gute Nachricht. Doch zugleich warnte der Monarch, der Kampf gegen den globalen Terror, der sich von Asien bis Afrika erstrecke, sei die Aufgabe einer ganzen Generation. Er sprach von einem "Dritten Weltkrieg mit anderen Mitteln".

Es gehe auf lange Sicht darum, die Ideologie der "Ausgestoßenen des Islam", der "Verrückten" auszumerzen, wie der Monarch die islamistischen Terroristen nennt. "Und wir müssen die anderen Religionen davon überzeugen, dass der Islam nicht so ist, wie ihn diese 0,1 Prozent auslegen."

Abdullah II. ging auch auf Aussagen des US-Präsidentschaftskandidaten Donald Trump ein, wonach der IS einen Flüchtlingsstrom nach Amerika als "trojanisches Pferd", also zur Einschleusung von Terroristen nutzen könnte: "Es gibt diese trojanischen Pferde. Wir wissen das mit Sicherheit", sagte Abdullah II. Deshalb sei es auch so wichtig, die Sicherheitsüberprüfungen sorgfältig vorzunehmen. "Aber zugleich können wir nicht die 80 oder 90 Prozent anderer Flüchtlinge leiden lassen."

"Können die Notlage einfach nicht ignorieren"

Das 6,5-Millionen-Einwohnerland Jordanien hat 1,2 bis 1,3 Millionen Flüchtlinge aus dem Nachbarland Syrien aufgenommen, sagte König Abdullah II. Derzeit sind aber bis zu 14.000 weitere Menschen auf der syrischer Seite der Grenze gestrandet. „Ein Teil des Problems ist, dass diese Menschen aus vom IS kontrollierten Gebieten in Nordsyrien kommen“, so Abdullah. „Wir wissen auch, dass es IS-Mitglieder innerhalb dieser Camps gibt." Sein Land würde daher sehr sorgfältige Sicherheitsprüfungen vornehmen und täglich 50 bis 100 dieser Flüchtlinge, vor allem Frauen und Kinder, ins Land lassen. "Wir können die Notlage dieser Menschen nicht einfach ignorieren."

Die Forderung, "alle Frauen" ins Land zu lassen, lehnt der König aber ab: "Wie man in Kalifornien und Paris gesehen hat, sind unglücklicherweise auch Frauen an Anschlägen beteiligt."

 

 

(red.)