Oscar 2016: Österreichisch-deutscher Kurzfilm nominiert

Patrick Vollrath Alles wird gut
Szenenbild aus ''Alles wird gut''(c) Patrick Vollrath

Patrick Vollraths "Alles wird gut" könnte einen Oscar für den besten Kurzfilm bekommen. Mit zwölf Nominierungen geht "The Revenant" als Favorit ins Oscar-Rennen.

Der österreichisch-deutsche Kurzfilm "Alles wird gut" ist für einen Oscar nominiert worden. Der deutsche Jungregisseur Patrick Vollrath darf sich am 28. Februar bei der 88. Oscar-Verleihung mit seinem Abschlussfilm an der Filmakademie Wien Hoffnung auf einen Preis in der Kategorie "Best Live Action Short Film" machen, wie die Academy of Motion Picture Arts and Sciences am Donnerstag bekannt gab.

"Alles wird gut" (englischer Titel: "Everything will be okay") erzählt von einem Wochenendvater (Simon Schwarz), der seine achtjährige Tochter (Julia Pointner) heimlich außer Landes bringen will. Das 30-minütige Vater-Tochter-Drama, bei dem der 1985 in Niedersachsen geborene Vollrath Drehbuch, Regie, Produktion und Schnitt verantwortete, wurde im Vorjahr auch in den Kurzfilmwettbewerb der "Semaine de la Critique" nach Cannes eingeladen sowie u.a. mit dem Max-Ophüls-Preis als bester mittellanger Film und mit dem First Step Award ausgezeichnet.

"Alles wird gut" feiert am 28. Februar um 22.05 Uhr auf ORF III seine TV-Premiere.

Zwölf Nominierungen für "The Revenant"

Als Favorit geht der Rache-Thriller "The Revenant" ins Oscar-Rennen. Der Film mit Leonardo DiCaprio wurde in zwölf Kateogiren nominiert, darunter die wichtigen Kategorien Bester Film, Bester Hauptdarsteller und Beste Regie. Für DiCaprio wäre es der erste Oscar, er war zuvor vier Mal nominiert gewesen, aber immer leer ausgegangen.

George Millers Actionspektakel "Mad Max: Fury Road" liegt mit zehn Nominierungen unmittelbar hinter dem Spitzenreiter.

DiCaprio und muss sich in der Hauptdarsteller-Kategorie heuer gegen Matt Damon ("Der Marsianer"), Eddie Redmayne ("The Danish Girl"), Bryan Cranston ("Trumbo") und Michael Fassbender ("Steve Jobs") durchsetzen."The Revenant"-Costar Tom Hardy

wiederum steht in der Nebendarsteller-Kategorie u.a. seinem britischen Landsmann Mark Rylance ("Bridge of Spies") und Sylvester Stallone ("Creed") gegenüber. Für Altstar Stallone (69) ist es die erste Oscar-Nominierung seit seinem Durchbruch als Rocky Balboa 1976 - abermals für die Rolle des legendären Boxers.

Spielberg, Haynes und Scott nicht nominiert

Acht Werke konkurrieren bei der Verleihung am 28. Februar um den Titel "Bester Film", darunter neben "The Revenant" und "Mad Max" auch Ridley Scotts Weltraumabenteuer "Der Marsianer", das es auf sieben Nominierungen bringt. Auf je sechs Nennungen kommen das Enthüllungsdrama "Spotlight", Steven Spielbergs Spionagethriller "Bridge of Spies" und Todd Haynes' Melodram "Carol". Fünf Preischancen hat neben der Wall-Street-Komödie "The Big Short" auch "Star Wars: Das Erwachen der Macht", das in vier technischen Kategorien sowie für den Soundtrack von John Williams nominiert wurde.

Todd Haynes fehlt auf der Liste der nominierten Regisseure ebenso wie der weiterhin Oscar-lose, 78-jährige Ridley Scott. Der Mexikaner Alejandro Inarritu könnte die Ehre nach "Birdman" im Vorjahr dafür zum zweiten Mal infolge erhalten, und steigt heuer u.a. mit Indie-Regisseur Lenny Abrahamson ("Room") und Komödien-Talent Adam McKay ("The Big Short") in den Ring.

Starke Konkurrenz in Darstellerinnenkategorien 

"Carol" über eine lesbische Liebe im New York der 50er-Jahre ging auch in der Königskategorie "Bester Film" überraschend leer aus, ist dafür aber in gleich zwei Darstellerkategorien vertreten: Cate Blanchett steht als "beste Hauptdarstellerin" u.a. den Nachwuchstalenten Brie Larson ("Room"), Saoirse Ronan ("Brooklyn") und Jennifer Lawerence ("Joy") gegenüber, die mit 25 ihren zweiten Oscar innerhalb von vier Jahren gewinnen könnte. Komplettiert wird die Riege von Charlotte Rampling, die für "45 Years" mit 69 Jahren die erste Oscar-Nominierung erhielt. Den Nebendarsteller-Preis macht sich Blanchetts "Carol"-Co-Star Rooney Mara u.a. mit Kate Winslet ("Steve Jobs") und Alicia Vikander ("The Danish Girl") aus.

Sieben Preischancen hat Ridley Scotts Weltraumabenteuer "The Martian" (dt. "Der Marsianer"), jeweils sechs Mal nominiert wurden Steven Spielbergs Spionagethriller "Bridge of Spies", Tom McCarthys Enthüllungsdrama "Spotlight" und Todd Haynes' Melodram "Carol". Letzteres geht jedoch in den Königskategorien "Bester Film" und "Beste Regie" überraschend leer aus.

Um die Auszeichnung als bester Film konkurrieren heuer acht Werke, darunter neben den bisherigen Genannten auch die fünffach nominierte Wall-Street-Komödie "The Big Short", das Auswandererdrama "Brooklyn" und die Independent-Produktion "Room" (dt. "Raum"), die von einer entführten und festgehaltenen Frau und ihrem kleinen Sohn handelt.

Hubert Sauper nicht nominiert

 Mit Wolfgang Thaler ist ein weiterer Österreicher an einer nominierten Produktion beteiligt. Bei der um den Auslandsoscar kämpfenden jordanischen Produktion "Theeb" zeichnete der Kameramann für die Bildgestaltung verantwortlich. Österreichs Auslandsoscar-Hoffnung "Ich seh Ich seh" war indes bereits im Vorfeld ausgeschieden. Und auch die Hoffnungen des gebürtigen Tirolers Hubert Sauper, dessen Streifen "We Come As Friends" es auf die Shortlist in der Sparte Dokumentarfilm geschafft hatte, konnten sich nicht erfüllen.

Die Nominierungen in den wichtigsten Kategorien

Bester Film

  • "The Big Short"
  • "Bridge of Spies"
  • "Brooklyn"
  • "Mad Max: Fury Road"
  • "The Martian" (Der Marsianer)
  • "The Revenant"
  • "Room"
  • "Spotlight"

Beste Haupdarstellerin

  • Cate Blanchett für "Carol"
  • Brie Larson für "Room"
  • Jennifer Lawrence für "Joy"
  • Charlotte Rampling für "45 Years"
  • Saoirse Ronan für "Brooklyn"

Bester Hauptdarsteller

  • Bryan Cranston für "Trumbo"
  • Matt Damon für "The Martian"
  • Leonardo DiCpario für "The Revenant"
  • Michael Fassbender für "Steve Jobs"
  • Eddie Redmayne für "The Danish Girl"

Bester Nebendarsteller

  • Christian Bale für "The Big Short"
  • Tom Hardy für "The Revenant"
  • Mark Ruffalo für "Spotlight"
  • Mark Rylance für "Bridge of Spies"
  • Sylvester Stallone für "Creed - Rocky's Legacy"

Beste Nebendarstellerin

  • Jennifer Jason Leigh für "The Hateful Eight"
  • Rooney Mara für "Carol"
  • Rachel McAdams für "Spotlight"
  • Alicia Vikander für "The Danish Girl"
  • Kate Winslet für "Steve Jobs"

Bester Regisseur

  • Adam McKay, "The Big Short"
  • George Miller, "Mad Max: Fury Road"
  • Alejandro Inarritu, "The Revenant"
  • Lenny Abrahamson, "Room"
  • Tom McCarthy, "Spotlight"

Bester nicht-englischsprachiger Film

  • "Embrace of the Serpent" - Kolumbien
  • "Mustang" - Frankreich
  • "Son of Saul" - Ungarn
  • "Theeb" - Jordanien
  • "A War" - Dänemark