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Lesbos bis Passau: Ortschefs suchen Asyllösung

(c) REUTERS (MICHAEL DALDER)
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Die Internationale Konferenz „N-O-W“ findet kommende Woche in Wien statt.

Wien. Kommende Woche steht einen Tag nach dem Asylgipfel am 20. Jänner das nächste große Treffen zum Thema an: Diesmal widmet sich eine Konferenz der Initiative N-O-W den Themen Flucht und Asyl. Am 21. und 22. Jänner treffen sich bei der Konferenz „N-O-W Wiener Begegnungen“ Bürgermeister aus dem Libanon, Griechenland oder Schweden mit Experten oder Vertretern von NGOs in den ÖBB-Werkstättenhalle an der Spittelauer Lände.

Ziel sei es, „Mittel und Wege für eine subtile, verantwortungsvolle und um wohl ausgewogene Lösungen ringende Flüchtlingspolitik“ zu finden, heißt es von den Initiatoren. Hinter der Konferenz steht die Initiative N-O-W, die eben von Vertretern von Wissenschaft, Kunst, Publizistik oder NGOs gegründet wurde. Federführend daran beteiligt: Künstler André Heller, Patricia Kahane, Präsidentin der Karl-Kahane-Stiftung, Traiskirchens Bürgermeister, Andreas Babler, Publizist Robert Misik oder Aktivistin Viola Raheb. Die Organisation übernehmen die Karl-Kahane-Stiftung und das Bruno-Kreisky-Forum für internationalen Dialog. Resultat der Konferenz sollen keine Appelle, sondern konkrete Handlungsanweisungen sein.

 

Antworten statt Appelle

„Große Teile der besiedelten Welt sind in Aufruhr, Chaos, Angst und Umbruch“, so André Heller. Millionen Menschen seien zu Fluchtvorgängen gezwungen, die etwa im Fall Syriens bereits das Ausmaß einer Völkerwanderung erreichen. Die EU stehe als „Hoffnungsterritorium Nummer eins“ vor der größten moralischen, logistischen und politischen Herausforderung seit ihrer Gründung und stelle die Union auf einen gnadenlosen Prüfstand, so Heller: „Wir werden Zeugen und Mitwirkende einer machtvollen Polarität zwischen zynischer Grausamkeit und tatkräftiger Herzensbildung.“ N-O-W wolle „praktikable Antworten finden. Im Bewusstsein, dass diese nicht bequem ausfallen werden.“ Die Ergebnisse der Arbeit sollen etwa über einen YouTube-Kanal öffentlich gemacht werden. Eröffnet wird die Konferenz von Bürgermeister Michael Häupl, ÖBB-Chef Christian Kern, Andreas Babler, André Heller und Patricia Kahane. Aus Österreich werden auch Michael Chalupka (Diakonie), Erich Fenninger (Volkshilfe), Klaus Schwertner (Caritas), Wiens Flüchtlingskoordinator Peter Hacker oder Heinz Patzelt von Amnesty International teilnehmen. (cim)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 15.01.2016)