Socialismo y muerte

„Socialismo o muerte“ – Hugo Chávez hat das kubanische Revolutionsmotto oft zitiert, sein Nachfolger, Nicolás Maduro, schaffte beides.

In Venezuela, dem Land mit den höchsten Ölreserven der Welt, sind Milch, Eier, WC-Papier, Medikamente und andere nicht unwichtige Dinge so knapp geworden, dass man sich nur noch mit Notstandsregelungen zu helfen weiß. Ein Paradebeispiel dafür, welche Verheerungen dumme, ideologiegetriebene Politik selbst in Ländern mit Potenzial zum Ölscheichtum anrichten kann. Schuld ist natürlich, nicht schwer zu erraten, „der Kapitalismus“, weshalb mit dem Wirtschaftsnotstand auch die praktische Möglichkeit geschaffen wurde, die letzten funktionierenden, also kapitalistischen Betriebe zu verstaatlichen. Ein besonders erfolgversprechender Weg, hat ja in der Vergangenheit so gut funktioniert.

Kommunismus sei Sozialismus plus Elektrizität, hat Lenin einmal verkündet. Die venezolanische Variante des „Socialismo“ beschreibt man am besten mit „Kommunismus minus Klopapier“. Und nein, daran ist der Ölpreisverfall nicht schuld. Dieses Trauerspiel ist hausgemacht.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 17.01.2016)

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