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Mitten im Umbau: Bank-Austria-Chef Cernko geht

ARCHIVBILD: WILLIBALD CERNKO
Willibald CernkoAPA/HELMUT FOHRINGER
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Überraschende Neuaufstellung der Spitze der österreichischen UniCredit-Tochter: Robert Zadrazil, bisher Vorstand für Private Banking, löst im März Bank-Austria-Chef Willibald Cernko ab.

Gerade erst schien sich die größte Aufregung um den harten Sparkurs bei der Bank Austria zu legen, da kommt die überraschende Neuaufstellung der Bankspitze. Willibald Cernko (59) tritt als Vorstandschef ab. Sein Vertrag war erst letztes Jahr wieder verlängert worden. Neuer Chef ist ab März Robert Zadrazil, bisher Vorstand für das Private Banking. Der heute 45-jährige Manager, der seit 15 Jahren bei der Bank Austria ist, wurde im Konzern schon seit Jahren als "Zukunftshoffnung" gehandelt. Nun verantwortet er alle großen "Baustellen": Von den neu aufgelegten Sparvorgaben der italienischen UniCredit ist die Bank Austria konzernweit am stärksten betroffen. Mehr als 300 Millionen Euro muss die Bank Austria in den nächsten drei Jahren sparen.

"Den richtigen Mann gefunden"

Cernkos Nachfolger Robert ZadrazilAPA/HELMUT FOHRINGER

Aufsichtsratschef Erich Hampel erklärte, mit Zadrazil habe man "den richtigen Mann gefunden", den Umbau der Bank voranzutreiben. Dem bisherigen Vorstandschef Cernko dankte der Aufsichtsratsvorsitzende für seine "hervorragende Arbeit in den Jahren seit seinem Amtsantritt im Oktober 2009"."

Dass die Bank Austria heuer ihre von Wien aus gemanagten Ostbankbeteiligungen an die Konzernmutter in Mailand abgeben muss, war keine besondere Überraschung. Damit verliert sie ihren wichtigsten Ertragsbringer. Das kostet sie auch den Status als größte Bank Österreichs. Ins Mark getroffen hatte Manager und Mitarbeiter allerdings, dass UniCredit voriges Jahr das ganze österreichische Privatkundengeschäft (Filialsparte) zur Disposition stellte: Entweder Verkauf oder dramatischer Rückbau - das stand zur Wahl.

Zahlreiche Filialen werden geschlossen

Ein Verkauf der österreichischen Sparte konnte abgewehrt werden, für die neue Schließungswelle in der verlustbringenden Filialsparte und die Umsetzung weiterer Kostenschnitte (Stichwort Dienstrecht) sollten die Verhandlungen jetzt im Detail starten. Cernko hatte offen eine Filialsparten-Sanierung aus eigener Kraft favorisiert. Für den Fall, dass die Bank ihr breites heimisches Privatkundengeschäft mit ein paar tausend Beschäftigten im Land hätte aufgeben müssen, hatten Eingeweihte jedenfalls mit Cernkos Rücktritt gerechnet.

Dass am Montag dennoch die Demission per Ende Februar und gleich der Nachfolger bekannt gegeben wurde, kam für viele unerwartet. Wenngleich Cernko selbst nach den Entscheidungen zu den Einsparungen in einem ORF-Radiointerview vor wenigen Wochen eingeräumt hatte, sich "selbstverständlich ... immer die Frage zu stellen, ist das das was man persönlich mit vollem Herzblut unterstützen könnte?"

Auch Sessel von UniCredit-Chef dürfte wackeln

Bei UniCredit bzw. unter ihren Aktionären soll es überhaupt größer rumoren. Von Personalspekulationen blieb auch die Mailänder Bankspitze nicht verschont. Erst vor gut einer Woche spekulierten die "Financial Times" und die Mailänder Zeitung "Corriere della Sera", dass angeblich der Sessel von UniCredit-Chef Federico Ghizzoni wackelt. Vom Aufsichtsrat wurde dies ebenso in Abrede gestellt wie angebliche Investoren- Zweifel an dem im November vorgestellten Entwicklungsplans Ghizzonis, der 18.000 Jobs kosten wird.

Bank Austria - Filialnetz in Oesterreich
APA

(APA)