"Heritage Alert": Steinhof-Aktivisten sehen Teilerfolg

Archivbild: Otto-Wagner-Kirche am Steinhof
Archivbild: Otto-Wagner-Kirche am SteinhofFabry / Die Presse
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Bürgerinitiativen gegen die Verbauung der Steinhofgründe streben weiter das Unesco-Prädikat "Weltkulturerbe" an. Nun sehen sie sich vom Denkmalpflege-Beirat Icomos bestätigt.

Bürgerinitiativen wollen die Verbauung der Wiener Steinhofgründe weiterhin verhindern und setzen sich dafür ein, dass das Otto-Wagner-Areal als Unesco-Weltkulturerbe eingestuft wird. Nun orten die Aktivisten einen Teilerfolg. Denn der internationale Denkmalpflege-Beirat Icomos, der das Unesco-Welterbe-Komitee berät, habe für das Areal den "Heritage Alert" ausgelöst.

"Die Icomos sieht das Otto-Wagner-Spital als gefährdete Kulturerbestätte an", freute sich Gerhard Hadinger von der Initiative "Steinhof erhalten" am Montag in einer Pressekonferenz. Ein entsprechender Brief, der die Sorge um das in Penzing gelegene Areal ausdrücke und die Stadt u.a. dazu auffordere, ihre Pläne noch einmal zu überdenken, sei Mitte Dezember an Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ) ergangen (Link am Ende des Artikels). Auf eine Reaktion des Stadtchefs warte man seither vergebens, kritisierte Hadinger.

Die Verbauungsgegner haben sich monatelang um eine derartige Warnung der Icomos bemüht. Das Instrument "Heritage Alert" ist gewissermaßen eine Art offizielle Unterstützung der Icomos für besorgte Bürger, die sich für den Erhalt einer Kulturstätte einsetzen. Sie kann auch für Objekte erfolgen, die nicht auf der Unesco-Welterbe-Liste stehen. Um eine Alarmierung zu erlangen, müssen die Antragsteller dokumentieren und begründen, worin der universelle Wert der Stätte liegt und inwiefern er bedroht ist. Als Präjudiz für das Prädikat "Weltkulturerbe" kann ein "Heritage Alert" aber nicht gewertet werden.

Verbauungspläne der Stadt

Den Welterbe-Status wollen die Aktivisten weiterhin erreichen, um Verbauungsplänen der Stadt einen Riegel vorzuschieben. Im Ostareal werden u.a. rund 140 Wohnungen der Gesiba entstehen, wobei die ersten 60 bereits Ende 2017 fertig sein sollen. Ein Nachnutzungskonzept für die Krankenhauspavillons soll noch ausgearbeitet werden. Abgesehen vom Ostteil wird es am riesigen, oft als Erholungsgebiet genutzten Gelände, auf dem sich auch die Otto-Wagner-Jugendstilkirche befindet und das weiterhin öffentlich zugänglich bleibt, keine Bebauung geben, hatte die Stadt vor gut einem Jahr auf Basis von Empfehlungen einer zuvor beauftragten Expertenkommission versprochen.

Die Verbauungsgegner, die von der FPÖ seit Jahren unterstützt werden, wünschen sich indes ein Gesamtnutzungskonzept für das gesamte Areal ohne Bauaktivitäten. Sie wollen auch eine soziale Nutzung der Flächen - wobei Hadinger heute betonte, dass die derzeitige Unterbringung von Flüchtlingen in einem Pavillon des Otto-Wagner-Spitals nicht unbedingt den sozialen Wünschen der Initiative entspreche.

>> Der Icomos-Brief im Wortlaut (PDF in englischer Sprache)

(APA)

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