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Fischer: "Keine Diktatur kann sich sicher fühlen"

(c) APA (Hans Klaus Techt)
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Bundespräsident Heinz Fischer nutzte den Festakt zum Gedenken an den Fall des Eisernen Vorhangs für einen politischen Appell. Dabei brachte er auch das Thema Iran zur Sprache.

"Auch die Menschen im Iran haben ein Recht darauf, dass ihre Stimme gehört wird und dass Wahlen korrekt ablaufen", erklärte Fischer bei einem Festakt zum Gedenken an die Demontage des Eisernen Vorhangs vor 20 Jahren. "Für uns in Europa ist dies ein Auftrag, im Geiste von 1989 Demokratie, Menschenrechte, Rechtsstaatlichkeit und Toleranz weltweit zu unterstützen."

Eine Lehre aus den Ereignissen vor 20 Jahren hob der Bundespräsident besonder hervor: "Keine Diktatur - und mag sie auch noch so fest gefügt erscheinen - kann sich auf Dauer sicher fühlen." Der Bundespräsident erinnerte an die vielen Versuche zwischen 1949 und 1989, die kommunistische Diktatur im östlichen Teil Europas abzuschütteln. "Erst ein grenzüberschreitender Freiheitswille und veränderte internationale Rahmenbedingungen haben 1989 zum Erfolg geführt: Wie Dominosteine ist eine Diktatur nach der anderen in sich zusammengestürzt, und die Demokratie hat sich auf allen Linien auf friedliche Weise durchgesetzt."

"Wir brauchen vertrauensvolle europäische Zusammenarbeit"

Auch das Thema Europa sprach Fischer an. "Gerade in Zeiten einer großen wirtschaftlichen Krise brauchen wir eine belastungsfähige Demokratie, und wir brauchen eine vertrauensvolle europäische Zusammenarbeit, über Staatsgrenzen hinweg und auch über unterschiedliche politische Meinungen hinweg", schloss Fischer: "Das scheint mir auch das Vermächtnis des Jahres 1989 zu sein."

Politiker aus ganz Europa nahmen im ungarischen Parlament an einem Festakt zum Gedenken der Ereignisse vor 20 Jahren teil.

(APA)