Guttenberg zu Opel: "Krise als Ablenkung"

Karl-Theodor zu Guttenberg
Karl-Theodor zu Guttenberg(c) AP (Urs Flueeler)
  • Drucken

Der deutsche Wirtschaftsminister warnt vor permanenten Konjunkturprogrammen. Dass der deutsche Autobauer Opel an Magna geht, sei keineswegs endgültig fix. Guttenberg meint, dass von Aufschwung noch keine Rede sei.

Salzburg. Der deutsche Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) gilt nicht gerade als Illusionist. Dennoch stimmt er jetzt in den Tenor jener Experten ein, die einen ganz zarten Silberstreif am Horizont sehen. „Ich glaube, dass wir die größte Wucht des konjunkturellen Absturzes bereits gesehen haben“, betonte Guttenberg am Samstag. Von einem Aufschwung sei man aber weit entfernt. Jetzt werde man eine längere Zeit die Talsohle durchschreiten.


Trotzdem zeigt sich Guttenberg, der am Samstag am traditionellen Dreiertreffen der Wirtschaftsminister Deutschlands, Österreichs und der Schweiz in Luzern teilnahm und anschließend in Salzburg bei der Sommermatinee der Deutschen Handelskammer zur „Zukunft der sozialen Marktwirtschaft“ sprach, skeptisch, was die Krisenbewältigung betrifft. Er warnte eindringlich davor, dass die jetzt aufgelegten Konjunkturprogramme zu einem Dauerzustand würden. „Es besteht die Tendenz, dass die Ausnahme zur Regel wird.“ Nachsatz: „Die Geister, die wir riefen, kriegen wir dann nicht mehr los.“
Bei dem Treffen mit Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner ging es natürlich um die Krisenbewältigung.

Opel an Magna nicht fix

Die Causa prima war jedoch Opel. In Anlehnung an den Fall des maroden Autobauers, dessen Verkauf an den austrokanadischen Autozulieferer Magna und die Sberbank keineswegs endgültig fix ist, meinte Guttenberg, dass es Unternehmen gebe, die nicht erst durch die Wirtschaftskrise, sondern schon zuvor in Schwierigkeiten gekommen seien. „Die benützen die Krise nur als Ablenkung“.

(Die Presse, Printausgabe, 27. 6. 2009)

Lesen Sie mehr zu diesen Themen:

Mehr erfahren

ARCHIV - Ein Wegweiser vor der Opel-Zentrale in Ruesselsheim, aufgenommen am 30. Mai 2009. Das Rennen
International

Opel: Verlust täglich bis zu sechs Millionen Euro

Opel läuft die Zeit davon. Das Geld, das Bund und Länder dem Autohersteller als Überbrückung zur Verfügung gestellt hat, reicht nur bis September. Weitere Hilfen wird es nicht geben.
Opel
International

Opel-Übernahme: Es muss nicht Magna sein

General Motors betont, dass das Rennen um die Übernahme von Opel noch nicht gelaufen sei. Magna habe zwar einen Zeitvorsprung, die anderen Bieter befinden sich aber ebenso im Rennen.

Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt
Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.