Erste gibt sich gelassen

(c) Die Presse (Clemens Fabry)
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Die Erste Group sieht eine Erholung in Osteuropa. Die Suche nach Rendite sei aber schwierig.

Wien. Anders als die Konkurrenz von der Bank Austria will sich der Retail-Chef der Erste Group, Peter Bosek, nicht über die Rentabilität des Privatkundengeschäfts in Österreich beklagen. „Unser Retail Banking ist profitabel, auch in Österreich“, sagte er am Donnerstag vor Journalisten in Wien.

Zwar sei die Stimmung weder in Österreich noch in den osteuropäischen Ländern derzeit allzu rosig, es seien aber positive Zeichen zu vernehmen. So ziehe die Nachfrage nach Krediten genauso an, wie die Sparquote. Zwischen den einzelnen Ländern gibt es aber große Unterschiede, so Bosek. „In Rumänien haben die Reallöhne zuletzt um fünf Prozent angezogen. In Österreich stagnieren sie seit Jahren.“ Während in Kroatien inzwischen 25 Prozent der Kunden Geld beiseitelegen könnten, seien es in der Slowakei sogar schon 50 Prozent. Die höchsten Gewinne im Privatkundengeschäft fahren die Töchter in Tschechien (Ceska Sporitelna) und der Slowakei (Slovenska Sporitelna) ein.

Ein Problem sei aber, Kunden im aktuellen Umfeld gute Renditen bieten zu können. „Die Märkte werden von den Zentralbanken getrieben. Es gibt eigentlich keine Kapitalmärkte mehr“, so Bosek. Der Ausstieg aus der unkonventionellen Geldpolitik der vergangenen Jahre werde die Glaubwürdigkeit der Zentralbanken auf eine „harte Probe“ stellen. (jil/APA)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 22.01.2016)


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